Veröffentlicht am 26.11.2012- Fernsehreihe "Visite"

Der Prostatakrebs ist nach dem Hautkrebs die am häufigsten diagnostizierte Erkrankung bei Männern und nach dem Lungekrebs die häufigste Todesursache. Die Hauptfunktion der Prostata ist die Produktion eines Sekretes, welches der Samensubstanz des Mannes hinzugeführt wird. Daher ist die Prostata vor allem für junge, also zeugungsfähige Männer ein wichtiges Organ. Im Anfangsstadium ist die Krankheit völlig symptomfrei und demnach nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen diagnostizierbar.

Prof. Dr. med. Axel Heidenreich, Leiter der Klinik für Urologie an der Uniklinik RWTH Aachen empfiehlt, sich ab dem 45 Lebensjahr regelmäßig untersuchen zu lassen. Problematisch ist, dass es keine genau bestimmbare Risikogruppe gibt, allerdings wird die Krankheit äußerst selten vererbt. Die Behandlungsmöglichkeiten müssen individuell an das Krankheitsbild des Patienten angepasst werden: Ausschlaggebend sind vor allem das Stadium, in welchem sich das Prostatakarzinom befindet und wie aggressiv der Krebs tatsächlich ist. Zunächst wird der PSA Wert (Prostataspezifisches Antigen) überwacht, die Prostata wird abgetastet und zusätzlich werden Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, um so ein umfassendes Bild zu erhalten. In der Uniklinik RWTH Aachen wird im Falle einer Operation ein spezielles, roboterassistiertes Verfahren angewendet. Bei einer Früherkennung ist aber oftmals eine Operation nicht nötig und die Heilungschancen sind sehr gut, so Heidenreich.