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Die Protonentherapie ist eine Behandlungsform von Krebstumoren. Protonenstrahlen werden dabei in einem Zyklotron erzeugt und beschleunigt und gezielt auf den Tumor "geschossen".

Die Protonentherapie ermöglicht eine optimierte Dosisverteilung innerhalb der zu bestrahlenden Region, ihre hohe Zielgenauigkeit erlaubt die Behandlung von Tumoren auch in sensiblen Körperregionen. Der Beschleuniger liefert Protonen (von bis zu 60 % der Lichtgeschwindigkeit) als gut gebündelten Strahl, der präzise auf den vorher berechneten Ort im Tumorgewebe gelenkt werden kann. Beim Eindringen in den menschlichen Körper wird der Strahl so gebremst, dass die Protonen den größten Teil ihrer Energie direkt im Tumorherd entladen (Bragg-Peak). Die ionisierende Wirkung der Protonen führt dann zu einer Schädigung der Tumorzellen, insbesondere ihrer DNA. Durch die dreidimensional präzise Protonendeposition ist die erreichbare Strahlendosis im Ziel höher als beim Einsatz der konventionellen Röntgenstrahlung und der mittels Linearbeschleuniger erzeugten Photonen. Im Vergleich zu anderen Bestrahlungsformen ist bei der Protonentherapie das Risiko von Nebenwirkungen geringer. Umgebendes, gesundes Gewebe wird weitgehend geschont.

 

Eigenschaften von Protonenstrahlen

  • Protonen 1 Ortsdosis
  • Protonen 2 Bragg Plateau

© PROHEALTH AG

  • Mithilfe von Zyklo- oder Synchrotronen auf 60 % der Lichtgeschwindigkeit (180.000 km/s entsprechend 250 MeV kinetische Energie) beschleunigte Protonen dringen ca. 38 cm in den Körper ein. Dabei geben sie zunächst nur relativ wenig Energie an die durchquerten molekularen Elektronenwolken ab (niedriger Ionisationsgrad), werden aber doch gebremst, siehe Abbildung 1. Je langsamer die Partikel werden, desto höher die abgegebene Energie und die Abbremsung. Dies führt zu einer „Energieexplosion” am Ende der Teilchenbahn, genannt "Bragg-Peak".
  • Vor dem Tumor ist im Gegensatz zur Röntgenbestrahlung bei Protonen die Dosis niedriger und nicht höher, hinter dem Tumor bleibt der Patient strahlungsfrei!
  • Dieses physikalische Phänomen erlaubt durch Einstellung der Tiefe des Bragg-Peaks durch Beeinflussung der erzeugten Partikelgeschwindigkeit, die Tiefendosis millimetergenau „dreidimensional” in den Tumor zu zielen und das Nutz-/Schadensstrahlungsverhältnis vorteilhaft umzukehren. Der Bragg-Peak ist so scharf, dass er über den Tumor durch Variation der Teilchengeschwindigkeit „hinweggestrichen” werden muss; es entsteht das "Bragg-Plateau". Abbildung 2 zeigt die entstehende Dosisverteilung für einen ausgedehnten Tumor: Auch dann bleibt die Erniedrigung der vor dem Tumor abgegeben Dosis erhalten, nach dem Tumor tritt wiederum keine Strahlung mehr auf.
  • Durch Anwendung von Protonenstrahlen anstelle von Röntgenstrahlen können gleichzeitig die nebenwirkungsbegrenzten therapeutischen Tumordosen erhöht, die Schadensdosen im gesunden Gewebe jedoch verringert werden. In der klinischen Praxis führte dies zu einer Verringerung der Schadensdosis im gesunden Gewebe von z. B. 43 bis zu 78 %, je nach Tumorgeometrie. (Angaben laut PROHEALTH AG)

 

Die klinischen Vorteile dieser Therapie sind somit:

  • Deutlich weniger Nebenwirkungen
  • Geringeres Risiko eines Sekundärtumors (geringere Strahlenbelastung im Gesunden)
  • Möglichkeit der Dosissteigerung im Tumor und damit höhere Heilungsraten

Nähere Auskünfte erteilt Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bayerisches Oberland.

 

Zur Zeit liegen noch keine anerkannten Studien vor ...,

jedoch hat das Bundesamt für Strahlenschutz sowie die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) Studien bei kurativer Intention der Behandlung Lokal begrenzte Prostatakarzinome (T3,cN0) in der intermediären oder Hochrisikogruppe befürwortet, auch der Bundesverband Prostatkrebs Selbsthilfe e.V. ist an der Erarbeitung von Empfehlungen beteiligt.

 

Das bisher einzige klinische Zentrum für Protonentherapie ist das Rinecker Proton Therapy Center (RPTC) in München. Studien werden durchgeführt am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT).

 

Kostenübernahme

Die Protonentherapie am RPTC in München ist für Patienten, mit deren Kassen ein Versorgungsvertrag besteht, eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (z.B. AOK Bayern - auch als Clearingstelle für die AOKen anderer Bundesländer, BKK Landesverband Bayern). Laut einem Urteil des Bundesozialgerichtes vom Mai 2009 ist Protonentherapie bei Prostatakarzinom Kassenleistung. (Quelle)

 

 


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