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Das DaVinci® Operationssystem

Davinci Hand

 

Das DaVinci® Operationssystem ist ein modernes computergestützes System zur minimalinvasiven Chirurgie des Prostatakrebses. Es unterstützt den Operateur bei sogenannten laparoskopischen Eingriffen („Schlüssellochchirurgie“). Es handelt sich nicht um einen „Operationsroboter“ der eigenständig arbeitet, sondern um ein System welches von einem erfahrenen Operateur bedient wird.

Bei diesem System sitzt der operierende Arzt an einem Computerarbeitsplatz, der so genannten Konsole. Von dort aus steuert er spezielle Instrumente , die über kleine Schnitte in das Innere des Körpers eingebracht werden.

Die Instrumente verfügen über eine 360° Beweglichkeit und sind gleich wie eine Hand in allen Freiheitsgraden intuitiv vom Operateur lenkbar.

Auch die Kamera wird vom operierenden Arzt selbst gesteuert. Durch sie erhält er ein dreidimensionales Bild vom Operationsgebiet, das bis zu 10-fach vergrößert werden kann.

Mit Hilfe des zentralen, vierarmigen Operationscomputers kann der Arzt höchste Präzision und damit größtmögliche Sicherheit für den Patienten erreichen. Diese Vorteile kommen erst in der Hand des ausgewiesenen, in der minimalinvasiven Technik erfahrenen Prostata-Operateurs vollständig zur Ausprägung.

 

 

  • Davinci 1 Technik
  • Davinci 2 Arbeitseinheit
  • Davinci 3 Optik Operateur

© DaVinci®-Technik, Prosper Hospital Recklinghausen

 

Ablauf der Prostatektomie mit DaVinci®

 

Über 5 kleine Schnitte (ca. 5-10 mm) werden Zugangsschleusen für Kamera und Instrumente eingebracht, nachdem der Bauchraum mit CO2 Gas gefüllt wurde. Direkt am Bauchnabel wird ein zwei cm langer Hautschnitt durchgeführt und die Kamera unter Sicht in die Bauchhöhle gebracht. Links und rechts werden nun jeweils zwei weitere Operationshülsen für jeweils die beiden Instrumente des Operateurs eingestochen.

Das Robotersystem wird dann an den Patienten herangebracht, Davinci Rpe Zugangder Operateur wechselt zur Bedienungskonsole. Der Assistent verbleibt am OP Tisch und wechselt je nach Bedarf Arbeitsinstrumente und unterstützt den Operateur.

Es können nun, falls notwendig, die Lymphknoten des Beckens entfernt werden. Dann beginnt die eigentliche Operation.

Am Anfang der Prostatektomie steht klassischerweise die Unterbindung blutreicher Venen, hierbei ist die Kameradrehung und Vergrößerung sehr hilfreich.

Falls die Tumorausdehnung es zulässt, erfolgt nun die Erhaltung der Erektionsnerven um eine spätere Gliedversteifung zu ermöglichen. Diese zarten Nerven umgeben spinnennetzartig die Hinter- und Seitenflächen der Prostata. Da sie extrem empfindlich auf Druck und Hitze reagieren müssen sie sehr vorsichtig und exakt in einer ganz definierten Schicht von der Prostata abgelöst werden. Durch die 15-20 fache Vergrößerung, die Mikroinstrumente und durch das Abwinkeln der Kamera ist es in dieser Technik sehr gut möglich die sehr filigranen Strukturen zu schonen. Der Einsatz von elektrischem Strom unterbleibt hierbei.

© DaVinci®-Technik, Prosper Hospital Recklinghausen

Die Harnblase wird dann am Übergang zur Prostata eröffnet und Schritt für Schritt von der Prostata abgelöst. Nun wird in die Schicht zwischen Enddarm und Prostatahinterseite präpariert; mit der Kamera kann man nun sogar hinter das Organ sehen. Die Blutgefäße der Prostata werden nun schrittweise mittels Ultraschallschere durchtrennt und gleichzeitig verschweißt.

Bei geplanter nerverhaltender Operation werden sie durch Klipps verschlossen, um einer Nervenschädigung durch Hitze vorzubeugen.

Im Anschluss erfolgt dann das Absetzen der Prostata von der Harnröhre, wobei die DaVinci®-Technik eine schonende Präparation der Harnröhre ermöglicht. So entsteht ein vergleichsweise langer Harnröhrenstumpf, der entscheidend zur Kontinenz der Patienten beiträgt. Der besondere Pluspunkt ergibt sich aber bei der Anfertigung der Nahtvereinigung zwischen Blase und Harnröhre (Anastomose) nach Entnahme der Prostata. Hier können unter ständiger optischer Kontrolle sehr exakt die notwendigen Nähte vorgenommen werden.

 

  • Davinci Op Blick Becken
  • Davinci Op Blick Erektionsnerven
  • Davinci Op Blick Naht

© DaVinci®-Technik, Prosper Hospital Recklinghausen

 

Am Ende steht nach der Katheteranlage die Prüfung der Anastomose auf Wasserdichtigkeit. Der Dauerkatheter bleibt ca. sechs Tage und wird nach Röntgenkontrolle entfernt. Fast alle Patienten verlassen dann am siebten Tag nach der Operation das Krankenhaus.

Nun werden zunächst die Lymphknoten, dann die Prostata mit den Samenblasen blutungsarm freipräpariert und entfernt. Falls onkologisch vertretbar, werden die Nervenbündel geschont, die für eine spätere Erektion notwendig sind.

 

Vorteile

  • Die Vorteile sind mannigfaltig und unübersehbar. Besonders bei älteren Menschen häufig zu findende Voroperationen im Bauchraum haben bei diesem Vorgehen kaum Bedeutung, Leistenbrüche werden in gleicher Sitzung mitversorgt.
  • Durch die heutigen hervorragenden optischen Möglichkeiten ist ein Vergrößerungseffekt (ca. 20 fach) des OP-Feldes möglich. Die einzelnen zum Teil sehr filigranen Strukturen wie z.B. das Gefäß-Nervenbündel oder der willkürliche Schließmuskel gelangen zur Abbildung, was bei einer so möglichen sehr subtilen Präparationstechnik eine Schonung dieser wichtigen Strukturen gut ermöglicht.
  • Blutungen können punktgenau mit bipolarem Strom gestoppt werden, ohne dass umliegendes Gewebe außerordentlich mitbelastet wird. Hieraus ergibt sich ein sehr geringer Blutverlust. Mit der Vergrößerung und den verschiedenen “Blickwinkeln” durch Drehen der Kamera gelingt es nun den Harnröhrenstumpf und den willkürlichen Schließmuskel vollständig darzustellen und zu schonen. Ebenso helfen die verschiedenen „Kameraperspektiven“ beim Einstechen der Nadel, daraus resultiert eine sehr genaue, definierte Naht, die letztlich "wasserdicht“ ist.

 

Die Erfolgsaussichten einer durch die DaVinci®-Technik unterstützten Prostatektomie hängen sowohl von der Anzahl der Operationen in der jeweiligen Klinik als auch vom Operateur ab. Aus diesem Grunde sollten Sie sich von Ihrem Urologen über die Möglichkeiten informieren lassen.

 


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