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Bei acht von zehn Männern mit metastasiertem Prostatakarzinom sind die Knochen befallen.

Die Metastasen siedeln zunächst im Knochenmark. Nach und nach wird auch die Knochensubstanz angegriffen. In der Folge kann es zu starken Schmerzen kommen. Kleinste Krafteinwirkungen können Knochenbrüche verursachen. Wenn die Wirbelsäule betroffen ist, können durch den Zusammenbruch von Wirbelkörpern Nerven oder das Rückenmark selbst gequetscht werden. Dies führt zu Lähmungen und Empfindungsstörungen.

 

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Bestrahlung

Wenn nur wenige Knochenmetastasen nachgewiesen sind, können diese gezielt bestrahlt werden. Die Bestrahlung soll eingesetzt werden bei:

  • drohenden Wirbelsäulenschäden
    • Gefahr der Querschnittslähmung
    • Nervenkompression (wenn der Tumor auf Nerven drückt)
  • erhöhtem Risiko von Knochenbrüchen
  • beständigen Schmerzen trotz medikamentöser Behandlung.

Bei mindestens acht von zehn Männern kann eine gezielte perkutane Bestrahlung der Knochenmetastasen die Schmerzen ganz oder teilweise lindern. Bei fünf von zehn Männern hält diese Schmerzlinderung sechs Monate oder länger an.

 

Je nach Lage der bestrahlten Körperregion können in etwa einem Viertel der Fälle Übelkeit und Erbrechen als Folge der Bestrahlung auftreten.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Bestrahlung. Die Linderung der Schmerzen ist bei allen Verfahren vergleichbar gut. Knochenmetastasen können gezielt einmal mit einer Dosis von 6 bis 8 Gy bestrahlt werden. Dieses Verfahren ist von Vorteil, wenn Ihr körperlicher Allgemeinzustand so schlecht ist, dass eine längere Bestrahlungsserie zu einer starken Belastung führen könnte. Allerdings kommt es nach einer einmaligen Bestrahlung häufiger vor, dass die Behandlung wiederholt werden muss. Die Verteilung einer höheren Dosis über einen längeren Zeitraum (zum Beispiel 10 x 3 Gy, 16 x 2,5 Gy, 20 x 2 Gy) trägt besser zur Wiederherstellung der Knochenstabilität bei.

Das Rückenmark kann durch Metastasen in der Wirbelsäule so gequetscht werden, dass eine Querschnittslähmung droht. Dann hat eine Operation mit anschließender Bestrahlung die besten Ergebnisse.

 

Bei zahlreichen Knochenmetastasen ist eine gezielte Bestrahlung einzelner Herde nicht sinnvoll. In diesem Fall kann eine Behandlung mit so genannten Radionukliden nützlich sein. Das sind Atome, deren Kerne radioaktiv zerfallen und dabei Strahlung freisetzen. Sie werden einmalig gespritzt und wirken im ganzen Körper, gezielt in den Knochen. Bei sechs bis acht von zehn Männern lindern sie die Schmerzen. Die Wirkung hält durchschnittlich etwa zwei bis vier Monate an. In den ersten Tagen der Behandlung können die Schmerzen zunehmen.

Die Behandlung kann das Knochenmark und die Blutbildung schädigen. Übelkeit und Erbrechen treten nur in wenigen Fällen auf.

 

Bisphosphonate

Bei nachgewiesenen Knochenmetastasen können Bisphosphonate eingesetzt werden. Das sind Medikamente, die auch bei Osteoporose verabreicht werden, um den Knochenabbau zu hemmen. Beim Prostatakarzinom ist der Nutzen nur für Zoledronsäure in Kombination mit Vitamin D belegt: Bei jedem dritten Mann gingen die Schmerzen zurück und die Knochen stabilisierten sich. Daher empfiehlt die ärztliche Leitlinie, bei Knochenmetastasen vorbeugend Zoledronsäure zu geben, um Knochenbrüche möglichst zu vermeiden.

Bei Einnahme von Bisphosphonaten entwickeln bis zu zwei von zehn Männern Knochenschäden am Kiefer (Kiefernekrosen). Diese können vorbeugend behandelt werden. Wenn Sie Bisphosphonate erhalten sollen, kann es hilfreich sein, bereits vor Beginn der Behandlung einen Zahnarzt aufzusuchen.

 


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