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Es gibt auch die Möglichkeit, den Hormonhaushalt mit so genannten Antiandrogenen (Wirkstoffe, die Wirkung der männlichen Sexualhormone hemmen) zu beeinflussen.

Diese Medikamente hemmen die Testosteronbildung nicht. Sie sorgen vielmehr dafür, dass das Testosteron in der Prostata – speziell in den Tumorzellen – nicht wirksam werden kann. Mit Antiandrogenen (z. B. Flutamid, Bicalutamid) werden auch die Hormone in ihrer Wirksamkeit gehindert, die in der Nebenniere hergestellt werden. Männer, die mit Antiandrogenen behandelt werden, haben einen normalen bzw. leicht erhöhten Testosteronspiegel. Deshalb fallen viele Nebenwirkungen der Kastration weg. Häufigste Folge der modernen Antiandrogenbehandlung ist die Brustvergrößerung.

Antiandrogene ...

  • sind dann wirksam, wenn der Tumor noch keine oder nur wenige Metastasen gebildet hat.
  • Bei ausgedehnten Metastasen (gemessen an einem PSA-Wert von über 500 ng/ml) zeigt eine Behandlung mit Antiandrogenen schlechtere Ergebnisse als ein Hormonentzug.
  • Die ärztliche Leitlinie lässt die Behandlung mit Antiandrogenen als Alternative zur Kastration zu.

 

Maximale Androgenblockade

  • Die so genannte „maximale Androgenblockade“ kombiniert den Hormonentzug mit der Gabe von Antiandrogenen. So kann kein Testosteron in der Prostata mehr wirksam werden.
  • Dadurch wurden in einigen Studien geringe Überlebensvorteile bei einem kleinen Anteil an Patienten erreicht. Je nachdem, welche Medikamente kombiniert wurden, war der Überlebensvorteil größer.
  • Die maximale Androgenblockade kann als Erstbehandlung beim metastasierten Prostatakrebs erfolgen.
  • Die Nebenwirkungen sind stärker ausgeprägt als bei einer alleinigen Kastration.
  • Wenn der Tumor trotz Hormonentzug oder Gabe von Antiandrogenen weiter fortschreitet, können in mehreren Schritten einzelne Medikamente kombiniert werden. So wird das Tumorwachstum noch eine Weile gehemmt.

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Intermittierende Hormontherapie

  • Mit der unterbrochenen (intermittierenden) Hormontherapie soll die Wirksamkeit der Hormonbehandlung verlängert werden. Schon bevor Beschwerden auftreten, wird eine maximale Androgenblockade (siehe oben) vorgenommen. Wenn der PSA-Wert stark abfällt, wird die Behandlung ausgesetzt. Steigt der PSA-Wert wieder an, setzt die Medikamentengabe wieder ein, bis das PSA erneut sinkt. So soll die Entstehung hormonunempfindlicher Krebszellen länger hinausgezögert werden.
  • In den Phasen ohne Hormongabe setzen zudem die Nebenwirkungen teilweise aus und der Körper kann sich erholen. Die Potenz kann zurückkehren. Die Lebensqualität kann sich verbessern.
  • Noch liegen keine gesicherten Langzeitdaten über die intermittierende Hormontherapie vor.
  • Die ärztliche Leitlinie lässt sie als Behandlungsmöglichkeit zu.

Hormonthrapie Intermittierend

Intermittierende Hormontherapie © www.urologielehrbuch.de

 

Dreifache Hormonblockade

Die dreifache Hormonblockade kombiniert die medikamentöse Kastration mit einem Antiandrogen und dem Wirkstoff Finasterid, der zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt wird) ist ein experimentelles Verfahren, dessen Wirksamkeit durch Studien nicht belegt ist. Es wird in der Leitlinie nicht empfohlen.

 

Wenn Sie sich genauer informieren möchten, wenden Sie sich an die Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Information – Dreifache Hormonblockade (PSI-DHP) (Ralf-Rainer Damm). Kontakt: "kontakt (at) psi-dhb.de".

Einen kleinen Einblick möge ein Auszug aus dem Beitrag von Ralf-Rainer Damm "Warum ich mich für die Dreifache Hormonblockade (DHB) entschieden habe" (12.12.2004) verschaffen:

"Die Entscheidung, zu welcher Behandlung er sich entschließt, muss jeder Erkrankte ganz für sich allein treffen. Niemand kann sie ihm abnehmen. Er sollte sich vor der Entscheidung aller jeweiligen Chancen und Risiken bewusst sein und sich über sie kundig machen...


Ich will niemanden zur DHB überreden.
Ob ich sie guten Gewissens empfehlen kann, werde ich erst in Jahren wissen. ...


Die erste Frage, die jeder für sich beantworten muss, lautet:

1) Will ich darauf vertrauen, dass mein Arzt, in aller Regel ein Urologe, vollkommen
sicher weiß, was am besten für mich ist?

Diese grundsätzlich Frage, die jedes weitere Vorgehen festlegt, muss jeder für sich beantworten.
Meine Antwort für mich lautete nein... Es geht hier aber um mich und darum, in welcher Verfassung ich die verbleibenden Jahre meines Lebens verbringen möchte. Nach der Mitteilung, dass ein Prostatakrebs gefunden wurde, dem darauffolgenden Gespräch mit meinem (erstbehandelnden) Urologen ("lassen Sie sich die Prostata entfernen, dann sind Sie den Krebs los und haben eine nur minimal verringerte Lebenserwartung!" ...
Das gilt auf für die zweite Frage, sie lautet:

2) Vertraue ich auf die Aussage der Urologen, dass der Krebs zu Anfang auf die
Prostata beschränkt ("lokal") ist und sich erst in fortgeschrittenem Stadium weiter
im Körper ausbreitet ("systemisch wird")?

Meine Antwort für mich lautete wiederum nein, nachdem ich mir, so gut es ging, ein Bild vom Stand des Wissens gemacht hatte. Die ersten Zweifel kamen mir, als ich von Betroffenen hörte, denen nach günstiger Prognose die Prostata entfernt worden war, und bei denen sich anschließend trotzdem (Knochen-) Krebs oder jedenfalls ein steigender PSA-Wert zeigte. Wenn sich eine Metastase (oder mehrere) dann darin manifestiert, dass nach der Operation der PSA-Wert nicht bei Null bleiben will, kann der Urologe sinngemäß nichts anderes sagen als "dumm gelaufen" und jetzt mit einer Bestrahlung oder gleich Hormonblockade beginnen.
Der Betroffene ist bezüglich seiner Erkrankung nicht besser dran als vorher, aber die durch die Operation eingetretene zusätzliche, teilweise erhebliche Einschränkung der Lebensqualität hat er bis an sein Lebensende. Die Hormonblockade hätte er dann auch gleich haben können... Wenn ich ohne Prostata noch eine Hormontherapie brauche, dann kann ich doch auch gleich das Ding drinlassen und mit dieser Therapie anfangen. Nach allem, was ich höre, wird es mir dabei und vor allem danach wesentlich besser gehen..."

Der Patient soll seine normale Lebenszeit erwarten und mit dem Krebs, nicht an ihm sterben können.

Der Herausgeber hat selbst die Triple Androgen Blockade mit seinem Urologen angewendet, er gibt also lediglich Informationen weiter und ist als Diplomingenieur gehalten, keine Therapieempfehlung zu geben. Eine Entscheidung für die Dreifache Hormonblockade muss jeder Patient mit seinem Urologen zusammen treffen." (Ralf-Rainer Damm)

Den ganzen Text können sie hier herunterladen.


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