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Hormonresistenz

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  • Irgendwann wird der Prostatakrebs unempfindlich gegen den Hormonentzug. Man sagt, er ist androgenunabhängig oder hormonresistent geworden. Das ist nach durchschnittlich etwa zwei Jahren der Fall, ist aber von Mann zu Mann sehr unterschiedlich. Es hängt vor allem von der Geschwindigkeit ab, mit der der Tumor wächst und neue Zellen bildet.
  • Die weiteren Behandlungsschritte sollen jetzt interdisziplinär, das heißt unter Beteiligung verschiedener medizinischer Fachrichtungen, festgelegt werden. Denn neben der reinen Tumorbehandlung geht es nun auch darum, Auswirkungen der Erkrankung zu lindern und wirksam zu bekämpfen (etwa Knochenerkrankungen, Schmerzen, Müdigkeit).
  • Steigt unter der Hormontherapie der PSA-Wert erneut an, soll zunächst der Testosteronspiegel kontrolliert werden. Damit wird überprüft, ob die Hormonbehandlung wirksam und das Testosteron tatsächlich unterdrückt ist. Ist dies der Fall, dann rührt der PSA-Anstieg daher, dass die Tumorzellen jetzt hormonunabhängig weiter wachsen.
  • Dann sind noch nicht alle Behandlungsmöglichkeiten gegen den Krebs ausgeschöpft. Jetzt geht es in erster Linie darum, Krankheitssymptome zu lindern.

 

In der Chemotherapie werden so genannte Zytostatika eingesetzt.

Das sind Medikamente, die die Zellteilung verhindern. Da gerade Krebszellen sich besonders rasch teilen, sind sie hier besonders wirksam. Allerdings wirken sie nicht nur auf Krebszellen, sondern auf viele Zellen im gesamten Körper und sind daher mit Nebenwirkungen verbunden. Als einziges Medikament mit nachgewiesener Wirksamkeit beim Prostatakarzinom ist Docetaxel aus der Gruppe der Taxane von der Arzneimittelbehörde für diese Therapie zugelassen. Mit dieser Substanz konnte eine Lebensverlängerung von bis zu drei Monaten nachgewiesen werden.

 

  • Ob bei hormonunabhängigem Prostatakrebs ein medikamentöser Hormonentzug abgebrochen werden sollte, ist derzeit nicht geklärt.

    Es ist bislang ungeklärt, ob ein frühzeitiger Beginn einer Chemotherapie Vorteile gegenüber dem Beginn erst bei Beschwerden bringt. Zudem haben Patienten dann zwar nicht mit Krebsbeschwerden, dafür aber mit – unter Umständen auch starken – Nebenwirkungen der Chemotherapie zu kämpfen.

  • Es kann also sinnvoll sein, eine solche Behandlung erst zu beginnen, wenn der Tumor symptomatisch wird.
  • Wenn der Krebs Beschwerden verursacht, können diese durch eine Chemotherapie gelindert werden.
  • Alternativ zur Chemotherapie kann auch eine gute Schmerztherapie in Verbindung mit guter pflegerischer Versorgung die Lebensqualität aufrechterhalten.

 

Die ärztliche Leitlinie empfiehlt folgende Dosierung: Docetaxel soll mit 75 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche alle drei Wochen verabreicht werden. Zusätzlich sollen Patienten zweimal täglich 5 mg Prednisolon erhalten. Damit werden die Nebenwirkungen des Zytostatikums gemildert und dessen lindernde Wirkung wird verstärkt.

 

Nebenwirkungen

  • Voraussetzung für eine Chemotherapie mit Docetaxel ist, dass Ihr körperlicher Zustand diese Belastung erlaubt. Die Behandlung mit Docetaxel kann mit folgenden Komplikationen verbunden sein:
  • Übelkeit/Erbrechen: Bei bis zu drei von zehn Männern, es wird vorbeugend die Gabe von Kortison empfohlen.
  • Allergie: Docetaxel kann heftige allergische Reaktionen auslösen. Auch hier wirkt Kortison vorbeugend.
  • Infektionen/ Abnahme der weißen Blutkörperchen: Docetaxel unterdrückt die Blutbildung und verursacht eine Abnahme der weißen Blutkörperchen. Das betrifft etwa jeden dritten Patienten. In der Folge kann es zu Infektionen kommen.
  • Weitere Nebenwirkungen: Durchfälle, Haarausfall, Verfärbungen/Ausfall von Fingernägeln, Thrombosen, Entzündung der Mundschleimhaut, Nervenschädigungen, Taubheitsgefühl und Schmerzen an Händen und Füßen.

 

Wenn Sie sich gegen eine Chemotherapie entscheiden, dann soll Ihnen die Behandlung mit Kortison angeboten werden. Es wirkt gegen Schmerzen und Müdigkeit und bessert den Appetit. Es kann auch den PSA-Verlauf und damit das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen. Lebensverlängernd wirken die Medikamente nicht.

 

Eine Chemotherapie kommt für Sie in Frage, wenn ...

  • der Krankheitsverlauf durch den Hormonentzug nicht mehr zu beeinflussen ist;
  • Ihre körperliche Verfassung die Nebenwirkungen der Chemotherapie zulässt.

 


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