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Vor der Therapie-Entscheidung: Anforderung eines Zweitbefundes beim Pathologen

Die Ausgangssituation ist für die Therapie-Entscheidung sehr wichtig.

Schließlich sind der PSA-Wert, das klinische Stadium (T1-T4) und der Gleason Score von entscheidender Bedeutung für die Beurteilung der Erfolgschancen einer Therapie.

Diese Werte erlauben mit Hilfe der Partin-Tabelle eine Aussage, ob der Krebs wahrscheinlich auf die Kapsel beschränkt (lokal) ist oder mit höherer Wahrscheinlichkeit bereits die Kapsel verlassen hat. Hiervon hängt auch die entscheidende Frage ab, ob eine lokale Therapie voaussichtlich zu einer Heilung führt oder nicht - und/oder ob früher oder später mit einem PSA-Wiederanstieg (wegen Ausbildung eines Rezidivs oder Metastasen) zu rechnen ist. Der Gleason Score ist somit ein entscheidendes Merkmal und wird bei jeder prognostischen und therapeutischen Berechnung eingesetzt. Ein verlässlicher Gleason Score erfordert zwingend ein pathologisches Gutachten von einem in der Begutachtung des Prostatakrebses erfahrenen Pathologen.

 

Eine so wichtige Entscheidung über die Therapie des Prostatakrebses sollte daher unbedingt durch einen Zweitbefund der vorhandenen Gewebeproben durch einen erfahrenen Pathologen abgesichert werden. Dazu ist keine zweite Biopsie erforderlich.

 

Zur Behebung des Zweitbefundes ist ein schriftlicher Auftrag über den Urologen oder direkt an den Pathologen zu erteilen, der den Erstbefund erstellt hat. Bitten Sie ihn, Ihre Biopsieproben, die Schnitte und die Paraffin-Blöcke an eines der nachfolgenden Institute zu senden zur Erstellung eines Zweitbefundes (Empfehlung des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.):

 

Adressen für Zweitbefunde

  • Professor Dr. H. Bonkhoff, Facharztpraxis für Pathologie, Großbeerenstraße 12, 12209 Berlin - Postfach 490272, 12282 Berlin (Gewebeblöcke und -Schnitte bitte nur an die Postfachadresse senden!) - Telefon: 030-8431-7882 - Telefon Sekretariat: 030-8431-7883 - Fax: 030-8431-6648 - eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - Internet: www.prostapath.de
  • Prof. Dr. med. S. Biesterfeld (Nachfolger Von Prof. Dr. A. Böcking) Leiter des Funktionsbereichs Cytopathologie Universitätsklinikum der HHU Düsseldorf Moorenstr. 5 40225 Düsseldorf Tel: 0211 / 81-18346 Fax: 0211 / 81-18402 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - www.uniklinik-duesseldorf.de/cytopathologie
  • Dr. U. Oehler, Prof. Dr. B. Helpap, Institut f. Pathologie, Hegau Klinikum, Virchowstr. 10, 78224 Singen/Htwl. - Telefon: 07731/892100 - Fax: 07731/892105 - eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Bei hohem Gleason Score, also aggressivem Krebs, ist zu empfehlen, weitere Untersuchungen an den Biopsieproben durchführen zu lassen wie die Bestimmung der DNA-Ploidie (DNA-Bildzytometrie) und ggf. weitere Parameter. Diese Tests werden von Prof. Dr. H. Bonkhoff sowie - teilweise - im Institut für Pathologie in Singen durchgeführt. Prof. Dr. S. Biesterfeld. Leiter des Funktionsbereiches Cythopathologie in Düsseldorf ist ausgewiesener Experte für DNA-Bildzytometrie.

 

Ob und welche zusätzliche Untersuchungen wie DNA-Ploidie, p53, p27, bcl 2, CGA sinnvoll sind, sollte vorab mit dem beauftragten Pathologen telefonisch abgestimmt werden. Hierbei sollten auch die Kosten für diese zusätzlichen Untersuchungen abgeklärt werden. - Weitere Informationen zu prognostischen Markern des Prostatakarzinoms erhalten Sie hier.

 

Ein Zweitgutachten kostet bei der Basisuntersuchung (Bestimmung des Gleason Score) je Stanze 30 EURO. 6 bzw. 12 Stanzen kosten also 180 bzw. 360 EURO. Ein zusätzlicher Schnitt mit Bestimmung des Gleason Score kostet 40 EURO. Ob alle Stanzen oder nur die laut Erstbefund befallenen Stanzen ein zweites Mal zu begutachten sind, ist Ermessenssache. Es kann manchmal auch sinnvoll sein, bei den Stanzen neue Schnitte anzufertigen, um andere Bereiche zu untersuchen.

 

Es kann durchaus vorkommen, dass beim Zweitbefund ganz andere Ergebnisse, sowohl positiv als auch negativ, möglich sind. So wurde auch schon berichtet, dass angeblich krebsbefallene Gewebeproben sich als Prostatitis befallen herausgestellt haben. Umgekehrt hatten sich angeblich krebsfreie Proben als krebsbefallen herausgestellt.

 

Für gesetzlich Krankenversicherten ist es in jedem Falle ratsam, den Urologen um eine Überweisung zu bitten. In diesem Falle übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Zweitbefund. Andernfalls sollte vor Erteilung des Auftrags an den Pathologen bei der Krankenkasse ein Antrag auf Kostenübernahme für den Zweitbefund zur Absicherung der Krebsdiagnose eingereicht werden. Stimmt die Krankenkasse der Kostenübernahme zu, ist eine Kopie des schriftlichen Bescheides der Krankenkasse dem Auftrag an den Pathologen des Erstbefunds beizufügen, so dass dieser dann eine Überweisung an das pathologische Institut für den Zweitbefund erstellen kann. Sofern weder der Arzt eine Überweisung erstellt noch die Krankenkasse der Kostenübernahme zustimmt, muss das Zweitgutachten privat bezahlt werden. Allerdings sollte einem Betroffenen, der vor der Therapie-Entscheidung steht, die qualitativ abgesicherte oder ggf. korrigierte Beurteilung der Ausgangslage dies auch wert sein.

 

Generell besteht durchaus ein Anspruch auf eine Zweitmeinung bzw. ein Zweitgutachten. Dies ist angesichts der Bedeutung für die Therapie-Entscheidung und die zu erwartenden Folgekosten angemessen.

 

Bei dem Auftrag an den Pathologen des Erstbefundes für die Übersendung der Gewebeproben sollte darauf hingewiesen werden, dass eine Kopie des Zweitbefundes direkt an die Adresse des Betroffenen gesendet wird.

 


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