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Die Lymphe

Laparoscopie Instrumente

Jedes Organ, so auch die Prostata, produziert eine Zwischengewebsflüssigkeit,die so genannte Lymphe. Diese wird über Lymphbahnen transportiert und in den Lymphknoten gefiltert. Wenn ein Tumor streut, finden sich die ersten Krebszellen meist in den Lymphknoten, die in unmittelbarer Nähe des Organs liegen. Beim Prostatakrebs sind dies die Beckenlymphknoten.

 

Pelvine Lymphadenektomie

Die einzige verlässliche Möglichkeit,  einen möglichen Befall der Lymphknoten festzustellen, ist deren operative Entfernung (Lymphadenektomie). Dabei werden die Lymphknoten entlang der großen Blutgefäße im Becken¹ entnommen.

¹pelvine Lymphadenektomie; "pelvin" vom lateinischen "pelvis", "Becken";

© by ignis / WIKIPEDIA

 

Zu Beginn einer Prostatektomie sollte eine Lymphadenektomie (zumindest der benachbarten Lympknoten)erfolgen; durch die histologische Prüfung des Schnellschnitts lässt sich die Tumorausbreitung und damit der weitere Verlauf der Operation festlegen.

Eine Lymphadenektomie ist bei allen RPE-Verfahren möglich. Bei der perinealen RPE erfordert sie jedoch einen zweiten Zugang oder wird vorher in einem gesonderten Eingriff endoskopisch durchgeführt.

 

Sentinel Lymphadenektomie

Völlig anders ist das Konzept der Entfernung der Wächterlymphknotens (Sentinel-Lymphknoten). Es beruht darauf, dass ein metastatisierter Tumor zu den ersten Lymphknoten, den Wächterlymphknoten, hin seine Lymphe ableitet. Die Wächterlymphknoten dienen als Indikator für die umgebenden Lymphknoten: sind die Wächterlymphknoten nicht befallen, so sind wahrscheinlich auch die Lymphknoten der Umgebung tumorfrei.

Das Verfahren wurde entwickelt, um nicht unnötig viele, nicht befallene Lymphknoten entfernen zu müssen. Mit jedem zusätzlich entfernten Lymphknoten nimmt die Gefahr der Ausbildung eines Lymphödems zu. Sind die Wächterlymphknoten jedoch befallen, so wird meist – je nach Umfang der Ausbreitung der Krebszellen – das gesamte betroffene lymphatische Gewebe entfernt.

Um die Wächterlymphknoten zu identifizieren, spritzt man am Tag vor der RPE einen radioaktiv markierten Stoff in die Prostata, der in die Lymphknoten abtransportiert wird. So lassen sich während der Operation die Wächterlymphknoten mit Hilfe eines Messgeräts (Gammasonde) aufspüren und entfernen, also jene, die der Tumor meist zuerst befällt, die aber bei jedem Menschen woanders liegen.

 

  • Bei lokal begrenztem Prostatakarzinom mit geringem Risikoprofil (Tumorkategorie T1c, PSA ≤ 10, Gleason-Score ≤ 7) kann auf eine Lymphadenektomie verzichtet werden, weil unter diesen Voraussetzungen die Wahrscheinlichkeit für einen Lymphknotenbefall sehr gering ist.
  • Eine Indikation für die (laparoskopische) Lymphknotenentfernung als isolierter Eingriff besteht bei Patienten mit höherem Risiko der Lymphknotenmetastasierung, insbesondere vor perinealer Prostatektomie (perineal: Schnitt durch den Damm, zwischen Hodensack und After) oder Brachytherapie
  • Wenn sich in den Beckenlymphknoten Krebszellen finden, hat sich der Tumor schon über das Organ hinaus ausgebreitet und ist durch eine Operation allein kaum noch zu heilen.
  • Dieser Befund ist wichtig für die weitere Behandlung: Wenn mehr als ein Lymphknoten befallen ist, kann es unter Umständen sinnvoll sein, die geplante radikale Prostatektomie nicht mehr durchzuführen, weil das ursprünglich angenommene Ziel der Behandlung – die Heilung – nicht mehr erreicht werden kann.
  • Wenn Ihnen der Arzt allerdings zu einer Entfernung der Lymphknoten rät, dann sollen mindestens zehn Lymphknoten entfernt werden. So kann möglichst gesichert festgestellt werden, ob bei Ihnen doch ein fortgeschrittenes Tumorstadium vorliegt, das unter Umständen eine zusätzliche oder andere Behandlung erfordert.
  • Durch die Entfernung der Lymphknoten kann es in wenigen Fällen zu einem so genannten Lymphödem kommen: Die Gewebsflüssigkeit fließt nicht mehr richtig ab. Es entstehen Schwellungen im Genitalbereich und an den Beinen, die unangenehm und schmerzhaft sein können. Sehr selten kann das Gewebe dadurch geschädigt werden.
  • Ob die Entfernung der Lymphknoten zu einer möglichen Heilung beitragen kann, ist nach derzeitigem Wissensstand ungeklärt.

 


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