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Diagnostische Methoden liefern oft nur ungenaue Ergebnisse. Erst die Gewebeprobe (Biopsie) kann einen bestehenden Krebsverdacht beweisen – aber wenn man den Tumor verfehlt, auch nicht sicher ausschließen.

In der Untersuchung wird zwar systematisch, aber eher "blind" Gewebe aus geometrisch vordefinierten Arealen der Prostata entnommen. Zwischen zehn und zwölf Gewebeproben werden ausgestanzt, doch es bleibt ein eher ungezielter, zufälliger Nachweis eines Tumors. Wegen dieser systemimmanenten Gefahr, ein Karzinom zu verfehlen, werden manchmal zusätzlich sogenannte Saturationsbiopsien mit 24 und mehr Gewebeentnahmen vorgenommen, um eine höhere Karzinomtrefferrate zu erreichen.

Schonender und zugleich präziser als bislang kann ein neues Diagnoseverfahren mögliche Prostatakarzinome diagnostizieren, das Dr. Tillmann Loch, Chefarzt der Urologischen Klinik im DIAKO Flensburg, entwickelt hat. Dieses neue Verfahren ist eine Weiterentwicklung der konventionellen, transrektalen Ultraschalluntersuchung (TRUS). Der Nachteil des herkömmlichen Ultraschalls ist, dass die visuelle Beurteilung der Grautöne des Bildes spezifische Aussagen nicht wirklich zulassen.

Das neue Verfahren ermöglicht es, mithilfe des Computers (C-TRUS) zusätzliche Informationen aus den Aufnahmen herauszufiltern und auszuwerten, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Basis dafür ist die „artifizielle neuronale Netzwerkanalyse“ (ANNA). C-TRUS/ANNA wurde allein in Flensburg schon bei rund 1.600 Patienten eingestzt. Dabei wurden etwa 430 Tumore entdeckt, die auch nach im Mittel zwölf negativen vorhergehenden Biopsien nicht erkannt worden waren.

ANNA wird für ihre Aufgabe regelrecht trainiert. Die Bildpunkte der Ultraschallaufnahmen werden mit Auswertungen von später operativ entferntem Prostatagewebe genau verglichen und verrechnet. Flächenschnitte der Prostatapräparate werden hierzu eingescannt und mittels Computertechnik exakt über die Ultraschallaufnahmen gelegt. Mit diesen komplexen Daten wird ANNA gefüttert; an Hand dieser Informationen erkennt das System bei neuen Ultraschallbildern Formationen wieder, kann sie korrekt klassifizieren und projiziert seine Auswertung mit roten Markierungen auf die Aufnahme. Durch permanente Verarbeitung neuer Daten erhält das System zusätzliche Informationen, die zeitgleich allen Anwendern zur Verfügung stehen. Das CTRUS/ANNA-System lernt.

Das Computersystem kann exakter als bisher gut- und bösartige Veränderungen des Gewebes erkennen und spürt dabei Stellen in der Prostata auf, die am verdächtigsten sind. Eine gezieltere Biopsie ist dadurch möglich. Mit ANNA können Tumore auch zuverlässiger in Stadien eingeteilt werden. Dabei können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte auch mehr Informationen erhalten, ob der Krebs noch auf die Prostata begrenzt oder schon darüber hinaus gewachsen ist. Bislang wird oft erst nach der Operation festgestellt, ob der Krebs die Prostatakapsel schon verlassen hat. Mit diesem Wissen wäre die Therapieentscheidung vielleicht anders ausgefallen. ANNA's diagnostische Treffsicherheit ist in Studien bereits belegt; bisher 5.000 Patienten haben bisher das System genutzt. Die Treffsicherheit der Ultraschallauswertung ist signifikant erhöht.

Seit dem Jahr 2010 ist dank einer Kooperation zwischen dem DIAKO Flensburg und der Firma Fresenius Kabi AG das C-TRUS/ANNA-System bundesweit nutzbar.

Anna Ctrus

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© www.anna-ctrus.de

Wie sieht die Nutzung von CTRUS/ANNA durch Ihren Urologen aus?

Zunächst nimmt der Urologie Tastuntersuchung und Ultraschalluntersuchung (TRUS) wie gewohnt vor. Die Bilder der TRUS werden in das Internetportal von ANNA eingestellt; sie werden analysiert und suspekte Areale werden markiert; ihr Urologe lädt die ausgewerteten Bilder aus dem Internet herunter und speichert sie auf seinem Ultraschallgerät; in einem zweiten Termin entnimmt er Ihnen dann gezielt Gewebeproben durch eine Biopsie, gesteuert durch die ausgewerteten Bilddaten Ihrer Prostata; auch die Ergebnisse dieser Untersuchung werden dokumentiert und gehen anonymisiert in das "lernende" System von ANNA ein.

Eine Online-Suchfunktion nach Kliniken bzw. Ärzten in Ihrer Nähe, die CTRUS/ANNA nutzen, finden Sie hier.

Eine auf diese Weise durchgeführte Biopsie kostet den Patienten 460,- Euro (Stand Januar 2011, Angabe ohne Gewähr für die Richtigkeit). Es ist bisher nicht bekannt, ob diese Kosten von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

 

Das neue Verfahren könnte für viele Männer eine Erleichterung sein und ihnen die Hemmung nehmen, sich zu einer Prostatakrebs-Früherkennungsuntersuchung zu begeben. Für betroffene Patienten stellt es eine echte Verbesserung dar: Die Anzahl der erforderlichen Biopsien wird radikal reduziert und die Sicherheit des Befunds ist deutlich höher. Der Krebs wird früher entdeckt und kann so auch früher behandelt werden.

 


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