Forscher des Universitätsklinikums Freiburg entwickeln derzeit ein neues Therapiekonzept gegen Prostatakrebs: Ein bakterieller Giftstoff soll die Tumorzellen von innen zerstören. Doch wie soll der Giftstoff den Tumor erreichen, ohne dabei gesundes Gewebe zu zerstören?

Abhilfe schafft ein Immuntoxin – ein Molekül, welches aus zwei verschiedenen Teilen besteht: eine Komponente beherbergt den Giftstoff, der andere Teil enthält einen Antikörper. Der Antikörpererkennt bestimmte Oberflächenmoleküle auf Zielzellen und dirigiert den Giftstoff dorthin.

Der von den Freiburger Wissenschaftlern verwendete Antikörper lokalisiert ein bestimmtes Molekül, das nur auf Prostatakrebszellen vorkommt, das sogenannte Prostataspezifische Membranantigen (PSMA). Einmal losgelassen, sucht das Immuntoxin zielstrebig nach Prostatakrebszellen, durchbricht deren Zellhülle und schleust seinen Giftstoff in das Zellinnere ein. Dieser hemmt wichtige Stoffwechselwege im Zellinnern und die Tumorzelle stirbt den Zelltod.

Im Labor hat sich das Konzept bereits als erfolgreich erwiesen. Nun wollen die Wissenschaftler ihr Konzept so verfeinern, dass ihr Immuntoxin in der klinischen Praxis eingesetzt werden kann.

Zusammen mit einer zusätzlichen Chemotherapie wirkt das Immuntoxin möglicherweise sogar noch besser.

Besonders im späten Stadium einer Prostatakrebserkrankung könnte sich eine solche Kombinationstherapie als erfolgreich erweisen.

© Magazin der Deutschen Krebshilfe 4/2014

 

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Leiter: PD Dr. rer. nat. Philipp Wolf, Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Freiburg.