Vielleicht haben Sie es gehört – auf dem ASCO 2017 in den USA wurden gerade die neuesten Ergebnisse der STAMPEDE Studie und der LATITUDE Studie vorgestellt.

Beide Studien haben an etwas unterschiedlichen Gruppen (bei STAMPEDE Lymphknoten-positive-Patienten, bei LATITUDE Patienten mit einer Metastasierung) untersucht,

ob es ein Vorteil ist, das Medikament Arbiraterone (+ Prednisolon) bereits früh bei einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom zu geben, anstatt zu warten, bis eine Kastrationsresistenz auftritt.

Und die Antwort lautet…..Ja!

Damit wird Arbiraterone in Kombination mit der Hormontherapie (Leuprorelin) zur neuen Standard-Therapie des fortgeschrittenen, hormonnaiven Prostatakarzinoms.

 

Herausstechende Ergebnisse der klinischen Studie der LATITUDE , die in einer Plenarsitzung der American Society of Clinical Oncology von 2017 vorgestellt wurden, zeigen, dass Abiraterone plus Low-Dose Prednison zusammen mit Leuroprelin bei noch hormonsensitiven Männern oder solchen, die gerade mit der Hormonentzugstherapie angefangen haben die Krebsprogression um durchschnittlich 18 Monate verzögert. Die Studie zeigte auch, dass bei einer Zusatzmedikation von ADT und Prednsion zu Abiraterone das Sterblichkeitsrisiko um 38% im Vergleich zur Placebogruppe sinkt.

 

Das Timing macht dabei einen großen Unterschied.


Mit Abiraterone soll - so legt es die Studie nahe - möglichst früh begonnen werden, solange der Krebs noch anfällig ist – bevor er mutiert, Resistenzen entwickelt oder sich anderweitig stärkt. All dies macht einen großen Unterschied.

Ein Arzt: „Ich habe noch nie eine Behandlung gesehen, wo man nach 5 Jahren bei manchen Männern noch immer keine Progression feststellen konnte. Es gibt sogar Fälle, bei denen eine sehr bedeutsame Remission auftritt. Es kann sein, dass Abiraterone nicht nur den Krebs stoppt, sondern auch Kebsmutationen verhindert oder Resistenzen verhindert.“

Bei einer Kombibehandlung von Docetaxel mit Abiraterone scheint der Überlebensvorteil ähnlich groß zu sein, so der medizinische Onkologe Christopher Sweeney an der Fakultät des Dana-Farber Cancer Institute und der Harvard Medical School.

 

Vorteile, wenn ADT mit Abirateron statt Docetaxel kombiniert wird.

 

  • Die Nebenwirkungen von Abiraterone sind gering, wenn Prednison eingenommen wird (niedrig dosiertes Prednison ist begleitend zu Abirateron erforderlich um ausreichende Mengen an Cortisol durch die Nebennierenrinde zu produzieren.) Im Gegensatz dazu gibt es viele Nebenwirkungen von Docetaxel; Einige davon sind Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung, Flüssigkeitsretention, Anämie und Haarausfall.
  • Die Option immer noch mit Docetaxel behandeln zu können, wenn die Abiraterone-ADT-Kombination keine Wirkung mehr zeigt.

 

© The New England Journal of Medicine, 04.06.2017

 

 

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