Kurzinfo: Intermittierender Androgenentzug

 Auszug aus dem Online-Vortrag von Prof. Dr. Axel Heidenreich (Köln), Kontroversen in der Hormontherapie:

In der Ärzteschaft werden derzeit noch Meinungsverschiedenheiden ausgetragen zwischen kontinuierlicher oder intermittierender Hormontherapie (Androgenentzug).

Die Wirkung des kontinuierlichen Androgenentzugs (engl. continuous androgen deprivation, CAD) lässt mit der Zeit nach, der Tumor wird Androgen-unabhängig (Der tumor spricht nicht mehr auf die Therapie an).

Der intermittierende (zeitweise unterbrochene) Androgenentzug (engl. intermittent androgen deprivation, IAD) hat zum Ziel, diese Zeit zu verlängern und zugleich die Nebenwirkungen (z.B. auf die Sexualfunktion, Hitzewallungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störung des Stoffwechsels)) zu vermindern.

Dazu legt man eine untere und eine obere Grenze für den PSA-Wert fest und führt den Androgenentzug nur so lange durch, bis der PSA-Wert die untere Grenze erreicht hat. Sollte der Wert wieder steigen und die obere Grenze überschreiten, wird die Therapie fortgeführt. Damit bleibt im Schnitt die Hälfte der Zeit therapiefrei, in der der Androgenspiegel wieder ansteigt, die Nebenwirkungen zurückgehen und die Lebensqualität steigt.

Derzeit gilt der intermittierende Androgenentzug als ähnlich wirksam wie der kontinuierliche. Es liegen aber noch keine gesicherten Langzeitdaten vor (z.B. zur Überlebenszeit).

Die ärztliche Leitlinie lässt diese Therapieoption als Behandlungsmöglichkeit zu ("kann"-Empfehlung).

 

[Treffen vom 07.03.2016]