Eine Salvage Radiotherapie (SRT) wird routinemäßig bei Patienten mit einem biochemischen Rezidiv nach radikaler Prostatektomie durchgeführt. Ein dauerhaftes Ansprechen nach zehn Jahren kann jedoch nur bei 30 % der Patienten erreicht werden. Als Standard werden 66 Gy gegeben, idealerweise bei einem PSA-Wert unter 0,5 µg/l.

Eine Studie der Universitätsklinik Ulm versuchte den optimalen PSA-Wert zu Beginn einer SRT zu bestimmen. Bei 151 Patienten wurde die SRT bei einem PSA-Wert <0,28 µg/l gestartet. Bei den anderen 150 Patienten lag der PSA-Wert >0,28 µg/l. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass das rezidivfreie Überleben bei einem PSA-Wert <0,28 µg/l vor SRT bessere Ergebnisse mit sich bringt, als bei einem PSA-Wert >0,28 µg/l.

Die Deutschen S3-Leitlinien schlagen vor, dass bei einem PSA-Wert unter 0,5 µg/l eine SRT in der Rezidivsituation nach radikaler Prostatektomie gestartet werden soll. Das Fazit der Studie lässt sich auf den Nenner bringen: Je niedriger der PSA-Wert bei Initiierung einer SRT ist, desto erfolgversprechender ist diese.

Diese Studie ist insofern wichtig, da sie noch einmal unterstreicht, dass, wenn eine SRT mit dem Patienten diskutiert wird, es offensichtlich nicht sinnvoll ist, noch über mehrere Monate PSA-Verläufe abzuwarten. Ist die grundsätzliche Entscheidung zu einer SRT gefallen, sollte diese auch bei niedrigen PSA-Werten gestartet werden.

Den gesamten Beitrag finden Sie im monatlichen Literaturservice der Martini-Klinik Hamburg.