Nicht alle Heil- und Hilfsmittel werden erstattet.

Obwohl bis zu 80% der Prostataektomierten nach der Operation an einer erektilen Dysfunktion (ED) leiden, lassen nur die wenigsten Patienten diese auch behandeln, obwohl eine Mehrheit der Betroffenen eine Behandlung wünscht.

 

In Bezug auf die Sexualität der Betroffenen sind die häufigsten Nebenwirkungen nach einer radikalen Prostatektomie der Verlust der Zeugungsfähigkeit und ED. Die Orgasmusfähigkeit bleibt jedoch erhalten, es sei denn, es wird eine Kastration als Folgetherapie durchgeführt. Fünf Hilfsmittel stehen zur Erzeugung einer Erektion auf künstlichem Wege zur Verfügung: PDE-5-Inhibitoren, Schwellkörperautoinjektonstherapie (SKAT), „Medicated Urethral System for Erection“ (MUSE®), Vakuumpumpe, hydraulisches Penisimplantat. Die Vakuumpumpe ist das meist verordnete Hilfsmittel, danach folgen die SKAT-Spritzen und die PDE-5-Inhibitoren. MUSE® und Penisimplantat spielen eine untergeordnete Rolle. Die Kosten für die Medikamente werden bei gesetzlich Versicherten und den Beamten im Bund nicht erstattet. Bei den Privatversicherten kommt es auf den Vertrag an. Die Vakuumpumpe wird bei den gesetzlich Versicherten als Hilfsmittel erstattet, bei den Beamten mit Beihilfeanspruch jedoch nicht. In bestimmten Fällen werden von den gesetzlichen Krankenkassen Penisimplantat und Operation erstattet. Fazit. Die Urologen sollten das Thema ED nach radikaler Prostatektomie offener bei ihren Patienten ansprechen und über die vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Ein Behandlungshindernis könnte auch darin liegen, dass nur die wenigsten Hilfsmittel erstattet werden.

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