Nur jede vierte Mann über 45 Jahren geht zur Krebs-Früerkennung.

Aktuelle Daten  der Techniker Krankenkasse zeigen, dass nur 27 % der Männer im Jahr 2013 Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch genommen haben.

 

In einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2011 haben 61 Prozent der befragten Männer angegeben, dass sie die Krebs-Früherkennung meiden, weil sie nur krank zum Arzt gehen. 39 Prozent gehen nicht zur Untersuchung, weil sie ihnen unangenehm ist. Und fast jeder Dritte hat gesagt, dass er sich nicht mit ernsthaften Erkrankungen auseinandersetzen möchte (32 Prozent) oder sich noch keine Gedanken über Früherkennung gemacht hat (29 Prozent).

So selbstverständlich wie der Besuch beim Frauenarzt

Für Burkhard Blienert, den Berichterstatter für Männergesundheit der SPD-Bundestagsfraktion ist dieses Männerverhalten ein Armutszeugnis, nicht nur für die Männer, sondern auch für die Anbieter: „Leider erreichen wir die Männer mit den Präventionsangeboten schlechter als Frauen. Es wird daher wichtig sein, weiter an geeigneten Kampagnen und Instrumenten zu arbeiten“, so Blienert mit einer Spur von Selbstkritik in einer aktuellen Mitteilung.

Blienert wünscht sich, dass schon früh auch bei Jungen durch die Eltern und im Schulunterricht damit begonnen wird, sie für dieses Thema zu sensibilisieren: „So wie Mädchen bereits in der Pubertät sich mit dem Thema Vorsorge oftmals auseinandersetzen und vielfach regelmäßig einen Frauenarzt besuchen, brauchen wir dieses Präventions-Bewusstsein auch bei Jungen. Nicht nur durch den Wegfall der Musterung für die Bundeswehr klafft bei vielen Jungen hier ein großes Loch. Das müssen wir nicht zuletzt durch eine Bewusstseinsschärfung hin zu mehr Prävention bei den Jungen schließen.“ Neben Angeboten und Informationen fordert Blienert aber auch ein verstärktes Engagement der deutschen Pharmaforschung rund um das Thema Männergesundheit.

© Markus Schmitz, Urologische Nachrichten uro.de