Bericht vom American Urological Association (AUA)-Meeting vom 19. bis 23. Mai 2012 in Atlanta

PSA-Empfehlung der USPSTF / Früherkennung / Marker:

Zu den wichtigsten Ereignissen des AUA-Kongresses gehört die Empfehlung der United States Preventive Services Task Force (USPSTF), die sich gegen die Verwendung des PSA-Tests ausspricht, sowie die in mehreren Foren von namhaften Urologen und der AUA geäußerten Reaktionen auf diese Empfehlung.

 Die Arbeitsgruppe der USPSTF, die von der Verwendung des PSA-Tests abrät, umfasste unter anderem Pädiater, Internisten, Allgemeinmediziner und Epidemiologen, jedoch weder Urologen noch Onkologen.

Auf dem Kongress äußerten renommierte Epidemiologen und Urologen Unverständnis über die aus ihrer Sicht offensichtliche Fehlinterpretation der gegenwärtigen Studien und die pauschale Ablehnung ohne Berücksichtigung von individuellen Faktoren wie der ethnischen Herkunft, des Alters oder der positiven Familienanamnese. Vor allem Prof. Schröder als Initiator der European Randomized Study for Prostata Cancer (ERSPC-Studie) wies dabei auf die aktualisierten Ergebnisse der ERSPC hin, die deutlich bessere Daten zugunsten des Screenings erbracht haben als die initialen Daten aus dem Jahr 2009. Es müssten daher Nachsorgedaten von mindestens über 15 Jahre vorliegen, bevor eine definitive Antwort gegeben werden kann. Es sei zu erwarten, dass das zukünftige Bild – welches das Screening befürwortet – positiver sein wird.

Das PSA ist kein perfekter Marker, ein sinnvoller PSA-Gebrauch ist extrem schwierig und patientenspezifisch.

Zu den wichtigsten Ereignissen des AUA-Kongresses gehört die Empfehlung der United States Preventive Services Task Force (USPSTF), die sich gegen die Verwendung des PSA-Tests ausspricht, sowie die in mehreren Foren von namhaften Urologen und der AUA geäußerten Reaktionen auf diese Empfehlung. den zurzeit besten zur Verfügung stehenden Marker dar.

Der urinbasierte PCA3-Test wurde erneut in mehreren Publikationen als vielversprechender Marker für die Früherkennung des Prostatakarzinoms (PCa) erwähnt.

Aktuell hat der PCA3-Test die Zulassung der U.S. Food and Drug Administration (FDA) erhalten. Die bisher größte Studie an 1.928 Männern, bei denen das PCA3 vor der Erstbiopsie bestimmt wurde, zeigte, dass das PCA3 besser als das PSA mit dem Biopsieergebnis korrelierte. Die Verwendung des PCA3-Scores mit PSA und weiteren klinischen Daten in einem Nomogramm zeigt sich als bewährtes Verfahren.

Ein weiterer kommerziell erhältlicher Marker, das "(-2)proPSA" (p2PSA), konkurriert mit dem PCA3 um die Rolle des ergänzenden Tests zur Erhöhung der Spezifität in der Biopsieentscheidung.

Der "-2proPSA"-Wert fließt zusammen mit dem Gesamt-PSA-Wert und dem freien PSA-Wert in die Kennzahl PHI (prostate health index). Die Kennzahl PHI erweist sich in den neueren Studien als die informativste Vorhersage des PCa-Nachweises.

Beide Marker, PCA3 und -2proPSA, dürften in Zukunft eine immer größer werdende Rolle spielen, wobei bedacht werden muss, dass sie zurzeit nur als ergänzende Marker zum PSA überprüft worden sind.

Den gesamten Artikel finden sie im Literaturservice der Martini-Klinik Hamburg

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