Geprüft wurde der neurartige Test in einer Pilotstudie an Proben von 222 Männern, von denen 100 bioptisch bestätigt ein Prostatakarzinom, die übrigen gutartige Veränderungen des Organs hatten. (Urology online 23. Juli 2011).

 

Das Besondere an dem neuen Test: Er erfasst unabhängig von der Menge an prostataspezifischem Antigen (PSA) auch strukturelle Veränderungen dieses Moleküls, die sich aufgrund einer malignen Erkrankung ergeben.

So trägt PSA von malignem Prostata-Gewebe stärker verzweigte komplexartige Oligosaccharide als PSA von gutartigem Gewebe. Die PSA-Moleküle verteilen sich in den flüssigen Proben unterschiedlich und lassen sich so unterscheiden.

Die Forscher des US-Unternehmens AnalizaDx aus Cleveland im US-Staat Ohio, die den Test entwickelt haben, gehen davon aus, dass sich die Methode auch bei der Bestimmung von Molekülen anderer Krebsarten nutzen lässt.

In der Studie wurden Urinproben getestet, die nach einer bei allen Männern gleichartigen Prostatamassage gewonnen worden waren. Dadurch enthält Urin unterschiedliche Mengen an PSA-Molekülen, die von verschiedenen epithelialen Geweben stammen.

Bei der Bestimmung des Gesamt-PSA im Urin liegt bekanntlich die Rate falsch-positiver Testergebnisse (Spezifität) zwischen 55 und 75 Prozent. Die Rate falsch-negativer Ergebnisse (Sensitivität) liegt bei 15 Prozent, wenn ein PSA-Grenzwert von 4 ng/ml angenommen wird.

Quelle: Ärztezeitung Online vom 25.08.2011