Durchführungsempfehlung nicht verlängert

Zum 30. Juni 2011 ist eine Übergangsregelung im Gesundheitswesen ausgelaufen, die auch Krebspatienten betraf: Statt einer Szintigraphie, zum Beispiel zum Nachweis von Knochenmetastasen, konnten Patienten vorübergehend auch eine Positronenemissionstomographie (PET) erhalten. Die Kosten für die teurere PET wurden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ab sofort ist dies nicht mehr möglich.

Die Durchführungsempfehlung war notwendig geworden, um seit 2008 aufgetretene Versorgungsengpässe mit Technetium 99m aufzufangen. Das radioaktive Technetium wird bei der Szintigraphie eingesetzt, um Tumorzellen aufzuspüren. Das Nuklid lässt sich in größeren Mengen weltweit nur in wenigen Reaktoren herstellen. Da es rasch zerfällt, kann es auch nicht lange gelagert werden. Der Ausfall von Produktionsreaktoren durch Wartungen oder Störfälle führte in der Vergangenheit immer wieder zu einer Unterversorgung von Kliniken und Praxen mit Technetium. Das Bundesministerium für Gesundheit hatte sich im Herbst 2008 deshalb mit den gesetzlichen Krankenversicherungen darauf geeinigt, dass vorübergehend Patienten auch mit der 18-Fluorid-Positronenemissionstomographie untersucht werden konnten, wenn sich eine medizinische Frage nicht anders abklären ließ.

Patienten und Ärzte haben vom 1. Juli an nicht mehr die Wahl: Ist eine Szintigraphie als Untersuchung auch geeignet und auch innerhalb einer vertretbaren Zeitspanne durchführbar, übernehmen die Kassen die Kosten für eine PET nicht mehr. Soll trotzdem eine Positronenemissionstomographie durchgeführt werden, empfiehlt die Kassenärztliche Bundesvereinigung allen Patienten, vorab eine Kostenübernahmeerklärung bei ihrer Krankenkasse einzuholen. Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) weist darauf hin, dass bei zukünftiger Unterversorgung mit Technetium die Übergangsregelung aber möglicherweise wieder in Kraft gesetzt wird.

Quelle: Krebsinformationsdienst vom 01.07.2011