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PSA-Wiederanstieg

  • Nach einer operativen Entfernung der Prostata wegen Prostatakrebs (radikale Prostatektomie) fällt der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) innerhalb weniger Wochen in einen nicht nachweisbaren Bereich ab. Steigt der PSA-Wert erneut an, besteht der Verdacht auf einen Rückfall (Rezidiv).
  • Werden zweimal hintereinander PSA-Werte über 0,2 ng/ml gemessen, bestätigt sich der Verdacht. Liegen keine Beschwerden vor, spricht man von einem biochemischen Rezidiv.
  • Aus Krankheitsmerkmalen bei Erstdiagnose und dem PSA-Verlauf lässt sich abschätzen, ob es sich eher um einen Rückfall im Bereich der Prostata handelt (Lokalrezidiv) oder ob man eher von einer Streuung ausgehen muss (Metastasierung). Danach richtet sich das weitere Vorgehen.
  • Nach einer Bestrahlung der Prostata wegen Prostatakrebs fällt der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) über Monate auf einen Tiefstpunkt ab. Steigt der PSA-Wert dann erneut an, besteht der Verdacht auf einen Rückfall (Rezidiv).
  • Werden zweimal hintereinander PSA-Werte gemessen, die um mehr als 2 ng/ml über diesem Tiefstpunkt (Nadir) liegen, bestätigt sich der Verdacht. Hat der Patient keine Beschwerden, spricht man von einem biochemischen Rezidiv.
  • Aus Krankheitsmerkmalen bei Erstdiagnose und dem PSA-Verlauf lässt sich abschätzen, ob es sich eher um einen Rückfall im Bereich der Prostata handelt (Lokalrezidiv) oder ob man eher von einer Streuung ausgehen muss (Metastasierung). Danach richtet sich das weitere Vorgehen.

 

Rezidiv Op 1 Dkfz
Rezidiv Radio 1 Dkfz

© Krebsinformationsdienst KID, Deutsches Krebsinformationszentrum - Was tun bei einem Rückfall?

 

Wann muss ich von einem Rückfall ausgehen?

Von einem Rückfall (Rezidiv) nach radikaler Prostatektomie spricht man dann, wenn der PSA-Wert über einen Wert von 0,2 ng/ml ansteigt und dies durch eine zweite Messung bestätigt wurde.

Von einem Rückfall (Rezidiv) nach Strahlentherapie spricht man, wenn zweimal hintereinander PSA-Werte gemessen wurden, die um mehr als 2 ng/ml über dem tiefsten Wert liegen, der nach der Bestrahlung gemessen wurde.

Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es ein bis zwei Jahre nach der Strahlentherapie zu einem vorübergehenden PSA-Anstieg. Dies wird als sogenanntes „Bounce-Phänomen“ bezeichnet. Eine einheitliche Definition, ab wann von einem Bounce gesprochen wird, gibt es nicht. In der Literatur werden PSA-Anstiege um 0,1 ng/ml bis 0,7 ng/ml über den bis dahin erreichten tiefsten Wert (Nadir) beschrieben. Der PSA-Bounce kann ein „echtes“ biochemisches Rezidiv vortäuschen. Deshalb ist die genaue Kontrolle des PSA-Verlaufs nach Strahlentherapie von großer Wichtigkeit.

 

In beiden Fällen ist es schwierig zu entscheiden, ob es sich um ein lokales Rezidiv (in der Prostata nach Bestrahlung, am ehemaligen Ort der Prostata nach Operation) oder um eine allgemeine Metastasierung handelt.

 

Wächst der Tumor in der Prostataloge oder hat er gestreut?

Entscheidend ist, wie lange nach der Operation der PSA-Wert wieder ansteigt, wie schnell er ansteigt, und welche Eigenschaften der ursprüngliche Tumor hatte.

Entscheidend ist, wie lange nach der Strahlentherapie der PSA-Wert wieder angesteigt, wie schnell er ansteigt, und welche Eigenschaften der ursprüngliche Tumor hatte.

 

Wie kann die Diagnose "Rückfall" gesichert werden?

  • Biopsie: Auch wenn alles für einen örtlichen Rückfall spricht, gelingt es nicht immer, mit einer Biopsie Tumorzellen nachzuweisen. Dies gilt insbesondere für Patienten mit niedrigem PSA (unter 1 ng/ml), für die eine örtliche Bestrahlung des Rezidivs in Frage kommt. Darüber hinaus würde der Nachweis von Krebszellen in der Prostataloge Metastasen andernorts im Körper nicht ausschließen. - Informationen über den PSA-Anstieg und die PSA-Verdopplungszeit sind in der Regel ausreichend, um eine Entscheidung für das weitere Vorgehen zu treffen.
  • CT, MRT, Knochenszintigraphie: Zur Therapie eins Lokalrezidivs kommt eine Bestrahlung in Frage, allerdings möglichst bei PSA-Werten unter 0,5 ng/ml. Bei solch niedrigen Werten ist der Tumor mit bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Knochenszintigraphie nicht zuverlässig nachweisbar. Wenn der Patient jedoch Beschwerden hat oder die PSA-Werte deutlich erhöht sind, können bildgebende Verfahren für die Behandlungsplanung hilfreich sein.
  • PET/CT: Die Positronenemissionstomographie/ Computertomographie ist bei einem PSA-Wiederanstieg keine gängige Methode, um ein Lokalrezidiv nachzuweisen. Der Nutzen einer PET/CT bei steigenden PSA-Werten nach einer Operation ist noch nicht eindeutig belegt. Man geht jedoch davon aus, dass der diagnostische Wert der PET/CT vom PSA-Verlauf abhängt: je höher und je schneller der PSA-Wert nach der Operation angestiegen ist, desto sicherer kann man mit einer PET/CT Metastasen nachweisen.
  • Biopsie: Erwägt man bei Verdacht auf ein Lokalrezidiv eine Operation, sichert man sich zusätzlich mit der Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) ab. Üblicherweise wartet man mit der Biopsie mehr als 18 Monate nach Abschluss der Bestrahlung: Wegen der verzögerten Tumorrückbildung nach Strahlentherapie zeichnet sich erst dann der endgültige Behandlungseffekt ab. Geht man von einer Metastasierung aus, wird keine Biopsie durchgeführt.
  • MRT: Studien haben gezeigt, dass eine Magnetresonanztomographie mit endorektaler Spule bei einem PSA-Wiederanstieg nach Strahlentherapie sinnvoll sein kann. Die endorektale Spule ist eine magnetische Spule, die in den Enddarm eingeführt wird, um die Bildqualität des MRT zu verbessern. Zum einen kann eine endorektale MRT helfen, zwischen gut- und bösartigen Gewebeveränderungen zu unterscheiden. Zum anderen kann sie Informationen über die örtlichen Ausdehnung des Tumors liefern. - Eine Skelettszintigraphie zum Nachweis von Knochenmetastasen empfehlen Experten bei einem biochemischen Rezidiv erst ab PSA-Werten von über 10 ng/ml.
  • PET/CT: Ob eine Positronenemissionstomographie in Verbindung mit einer Comuptertomographie (PET/CT) bei einem PSA-Wiederanstieg nach Strahlentherapie sinnvoll ist, ist noch unklar. Es gibt hierzu nur sehr wenige Studien. Ein routinemäßiger Einsatz der PET/CT zur Unterscheidung zwischen Lokalrezidiv und Metastasen wird deshalb nicht empfohlen. Das gilt insbesondere für Patienten mit PSA-Werten unter 1 ng/ml.

Rezidiv Op 2 Dkfz

Die ärztlichen Leitlinien empfehlen ...

  • eine Unterscheidung zwischen lokalen Rezidiv und systemischen Rezidiv (Metastasierung)
  • unter Beachtung der PSA-Verdopplungszeit,
  • der Latenzzeit seit der Primärtherapie
  • und des Gleason-Score.

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