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Verlust der spontanen Gliedversteifung (Erektion).

Die Gliedversteifung wird bei sexueller Stimulation durch Blutgefäße und Erektionsnerven reguliert, die an beiden Seiten unmittelbar neben der Prostata verlaufen und in den Penis bzw. in die Schwellkörper ziehen. Diese beiden Gefäß-Nerven-Bündel steuern den für die Versteifung von Penis und Schwellkörper notwendigen vermehrten Bluteinstrom.

 

Wenn der Krebs die Prostatakapsel noch nicht verlassen hat, dann wird der Operateur in der Regel eine nervenschonende Operation durchführen, d.h. er wird darauf achten, dass diese Bündel nicht durchtrennt werden. Allerdings heißt eine nervenschonende OP nur, dass der Operateur versucht hat, die Funktion der Nerven zu erhalten. Ob ihm das gelungen ist, ist eine andere Frage. Bei dieser OP müssen die Gefäß-Nervenbündel vorsichtig von der Prostata getrennt werden. Dabei wird unvermeidlich ein Zug auf die Nerven ausgeübt, der in der Regel dazu führt, dass die Nerven erst mal nicht mehr funktionsfähig sind. Auf diese Art geschädigte Nerven können sich aber wieder regenerieren. Auch bei einer nervenschonenden OP treten daher in der Regel nach dem Eingriff Erektionsstörungen auf, die aber im Verlauf der nächsten Monate wieder nachlassen können. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.

 

Auch bei einer Bestrahlung kann es zu (vorübergehenden) Schädigungen der Erektionsnerven kommen, mestens in geringerem Ausmaß. Eine Hormontherapie kann über den Eingriff in den Hormonhaushalt (Störung der Balance der Botenstoffe) zu Erektionsstöringen führen.

 

Wenn der Krebs nur auf einer Seite die Kapsel durchbrochen hat, dann wird man versuchen, das Nervenbündel auf der gegenüberliegenden Seite zu erhalten. Auch bei dieser einseitig nervenerhaltenden OP kann sich die Erektionsfähigkeit (wenigstens teilweise) wieder einstellen. Die Chancen dafür stehen allerdings nicht ganz so gut wie beim beidseitigen Nervenerhalt.

Wenn der Krebs auf beiden Seiten die Kapsel durchbrochen hat, dann müssen auch streckenweise die Nervenbündel entfernt werden. Erfreulicherweise erleben aber auch bis zu 20% der nicht-nervschonend operierten Männer im Lauf der Zeit wieder eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit.

 

Schlussfolgerung:

  • Eine nervenschonende OP ist keine Garantie für den Erhalt der Erektionsfähigkeit.
  • Umgekehrt bedeutet eine nicht-nervschonende OP nicht immer, dass die Erektionsfähigkeit vollständig verloren ist.

 

Sexuelle Reabilitation

Wenn man nichts unternimmt, dann gibt es nach der Op eine längere Zeit, in der keine nächtlichen oder durch sexuelle Aktivitäten herbeigeführten Erektionen auftreten. Im schlaffen Zustand wird der Penis aber nur unzureichend mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut versorgt. Das führt dazu, das Schwellkörpergewebe bei längerfristigem Ausbleiben von Erektionen um- und abgebaut wird.
Daher sollte man nach der Prostatektomie Erektionen herbeiführen.
Das gilt auch nach und während einer Bestrahlungstherapie oder einer Hormonbehandlung.

Es gibt dafür zwei gute Beweggründe:

  • Um Sex zu haben.
  • Um eine Degeneration der Schwellkörper, d.h. einen endgültigen Verlust der Erektionsfähigkeit zu verhindern.
  • Im 1. Fall kann man alle möglichen Behandlungsoptionen verwenden, die eine Wirkung zeigen.
  • Im 2. Fall geht es darum, oft genug eine Erektion herbeizuführen, die eine Degeneration der Schwellkörper verhindert.

© Dieser Artikel wurde anhand von Veröffentlichungen von Günter Steinmetz, Gründer der Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)" erstellt.

 

Unsere Empfehlungen zum Weiterlesen:

Der Internetauftritt der Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz) behandelt auf rund 100 Seiten umfassend, verständlich und aus der Sicht von Betroffenen alle Aspekte von Erektionsstörungen. Im Einzelnen geht es dabei um folgende Themen:

  • Allgemeine Informationen zu Erektionsstörungen (Definition, Verbreitung, u.s.w.)
  • Ursachen, Diagnose und Therapie von Erektionsstörungen
  • Kostenübernahme für Diagnose und Therapie der Erektionsstörung durch die Krankenkassen
  • Persönlicher und partnerschaftlicher Umgang mit dem Problem
  • Häufig gestellte Fragen
  • Weiterführende Informationen (Links, Bücher, Artikel für Patienten und Fachpersonal

Günther Steinmetz wurde 1997 nach einer Prostatektomie impotent. Um dieses Problem besser zu bewältigen, wollte er sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, musste aber feststellen, dass es in Deutschland zwar rund 80.000 Selbsthilfegruppen gibt, aber keine, die diese Thematik als Schwerpunkt hat. Daraufhin gründete er 1998 die bis heute einzige Selbsthilfegruppe zum Thema erektile Dysfunktion. Die umfangreiche Internetpräsenz der Gruppe (www.impotenz-selbsthilfe.de) hat bewirkt, dass sie von rat- und hilfesuchenden Männern und Frauen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum per E-Mail und Telefon kontaktiert wird. Heute ist Günther Steinmetz für die Öffentlichkeitsarbeit der Selbsthilfegruppe zuständig und beantwortet einen Teil der Mails und Anrufe.

 

Sexualität ist ein spannendes Thema, nicht zuletzt, wenn wir sie unter dem Aspekt der Gesundheit betrachten. Die Website des Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. ( ISG ) „Liebe hält gesund" ist der beste Beweis dafür. Wie alle Informationsmaterialien des Vereins richtet sie sich an interessierte Laien, die in die tieferen Geheimnisse der gesunden Sexualität eindringen möchten.

Beratung an der ISG-Infoline: 0180 555 84 84 (14 ct/min)
Montag und Mittwoch, 16 - 18 Uhr
Freitag 10 - 12 Uhr

 

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet einen Überblick zum Thema Prostatakrebs für Patienten, Interessierte und Fachkreise. Er hat im Jahr 2014 zwei neue Brüschüren zum Thema "Sexualität und Krebs" veröffentlicht. Diese können unter folgenden Links kostenlos heruntergeladen werden:

 

Diese Seite wurde von einem Nicht-Mediziner erstellt. Der Autor hat dazu sorgfältige Recherchen durchgeführt. Die Informationen auf diesen Seiten sollen Ihnen bei der Vorbereitung eines Arztbesuchs helfen und das Gespräch mit dem Arzt erleichtern.

Sie können keinesfalls das Gespräch mit dem Arzt (Urologen) ersetzen!

 


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