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Erektile Dysfunktion

Eine Prostatakrebstherapie - insbesondere die Prostataoperation (Prostatektomie), aber auch eine Bestrahlung oder Hormontherapie - hat häufig den Verlust der Fähigkeit zur spontanen Gliedversteifung (Erektion) zur Folge. Früher sprach man von Impotenz (Impotentia coeundi, von lateinisch coire ‚zusammengehen‘, ‚sich begatten‘), heute spricht von einer Erektilen Dysfunktion.

 

Wie kann das Auftreten von sexuellen Funktionsstörungen möglichst vermieden werden ?

Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist die Früherkennung des Prostatakarzinoms. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto eher kann eine die Erektionsnerven schonendere Therapieform gewählt werden oder der (vorläufige) Verzicht auf eine Therapie durch "aktive Überwachung" ist eine gute Alternative oder es ist zumindest ein Operation möglich, die ein- oder beidseitig die Nerven schont, die dann noch die Chance besteht, dass das Prostatakarzinim noch nicht in die Prostatakapsel und das eng anliegende Gefäß-Nerven-Bündeleingewachsen ist.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es ?

 

PDE-5-Hemmer: Viagra & Co.

Konnte das Gefäß-Nerven-Bündel teilweise oder vollständig erhalten werden, sollte zunächst ein Versuch mit der oralen Einnahme von PDE-5-Hemmern Vardenafil (Levitra®), Sildenafil (Viagra®) und Tadalafil (Cialis®) gemacht werden. Der Wirkstoff führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße der Penisschwellkörper.

  • Eine regelmäßige Einnahme über mehrere Monate kann zu einer dauerhaften Verbesserung der Erektionsfähigkeit führen.
  • Mit einem Erfolg ist durchaus erst nach mehrmaliger (längerer) Anwendung zu rechnen.
  • Nach einer Prostatektomie benötigen die Nervenfasern zur Erholung bis zu 18 Monate; es kann in dieser Zeitspanne noch zu einer Verbesserung der spontanen Erektionsfähigkeit kommen.

Wichtig! Behandlung frühzeitig beginnen!

Grundsätzlich ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass ein längerfristiges Ausbleiben von Erektionen Muskeln und Gefäße im Penis, welche für die Potenz verantwortlich sind, unwiederbringlich verändern kann. Deshalb gilt heute die Empfehlung, mit der Behandlung zur Wiederherstellung von Erektionen etwa nach einer kompletten Entfernung der Prostata nach 4 – 6 Wochen zu beginnen.

 

Sind die Erektionsnerven nur einseitig erhalten oder massiv geschädigt, helfen oft keine PDE5-Hemmer mehr, sondern eher Medikamente, die kurz vor dem Geschlechtsverkehr angewandt werden.

 

MUSE, Gel für die Harnröhre

Das Medikament (Alprostadil, MUSE®) wird als Gelstäbchen vor dem Geschlechtsverkehr, nach Blasenentleerung und Anfeuchten der Eichel mittels eines Applikators in die Harnröhre verabreicht und breitet sich von dort in die Schwellkörper des Penis aus, wo es eine Gefäßerweiterung und in der Folge eine Erektion bewirkt. Die Gliedversteifung tritt innerhalb von 10 bis 15 Minuten auf. Einige Patienten klagen nach der Applikation über ein Brennen in der Harnröhre. Das Medikament ist sicher, wirkt bei etwa 65% der Patienten und ist in vier verschiedenen Dosierungen erhältlich (125, 250, 500 und 1.000 µg). Begonnen werden sollte mit 500 µg.

Hier können Sie Videos zur MUSE®-Therapie und zur Handhabung des MUSE©-Applikators sehen; leider nur in Englisch; interessant sind die jeweils ersten Hälften; der rest sind Hinweise auf Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten sowie weiter Informationen, um Haftungen auszuschließen.  ©2014 Meda Pharmaceuticals Inc. All rights reserved - www.muserx.com

Muse Video Therapy Muserx.com
Muse Video Training Muserx.com

 

SKAT, die Penisspritze

Hier wird Alprostadil vom Patienten selber in die Schwellkörper gespritzt (Caverject®, Caverject DC®) und führt zu einer Gefäßerweiterung und in der Folge zu einer Gliedversteifung. Nach einer genauen Instruktion des Patienten lassen sich sehr gute Resultate erzielen: eine ausreichende Erektion kann bei über 80% der Patienten erreicht werden. Die in der urologischen Praxis gefundene »ideale« Dosis braucht bei praktischer Anwendung möglicherweise eine Korrektur nach oben oder nach unten. Für die meisten Patienten reicht eine Dosierung zwischen 5 und 20 µg. Mit der Zeit kann eine Steigerung der Dosis notwendig werden. Bei 10–15% der Patienten gibt es Schmerzen in den Schwellkörpern, die auf die Substanz selbst zurückzuführen sind. Dieses Produkt ist von vielen Patienten wegen seiner guten und vor allem reproduzierbaren Resultate beliebt. Die Erektion dauert auch nach erfolgtem Orgasmus an. Die angestrebte Dauer dieser pharmakon-stimulierten Erektion beträgt 30 bis 60 Minuten. Selten kann es als Komplikationen zu verlängerten Erektionen (»Priapismus«), Blutungen und bei langfristigem Gebrauch zu Penisverkrümmungen kommen.

SKAT Urolog Klinik Basel

SKAT, © Universitätsspital Basel, Urologische Klinik

 

Vakuumpumpe

Durch eine Vakuumpumpe wird am Penis ein Unterdruck erzeugt, damit füllen sich die Venen und es kommt zu einer Gliedversteifung. Anschliessend wird ein Gummiband an der Penisbasis befestigt, damit das venöse Blut nicht abfliessen kann und die Erektionaufrechterhalten bleibt. Die Vakuumpumpen haben eine gute Wirksamkeit und sind für die meisten Ursachen der erektilen Dysfunktion geeignet. Die Attraktivität der Vakuumsysteme hat jedoch in den letzten Jahren gegenüber anderen (medikamentösen) Behandlungssystemen deutlich eingebüsst. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie sind genaue Instruktion und Partnereinverständnis. Eine minimale Geschicklichkeit ist notwendig. Besondere Vorsicht ist bei Patienten die blutverdünnende Medikamente einnehmen erforderlich.

Vakuumerektionshilfesystem Takeda

Vakuumerektionshilfesystem, © Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG

 

Hydrauliches Penisimplantat

Schließlich kann auch eine Operation Abhilfe schaffen, bei der ein künstlicher Schwellkörper in den Penis und eine Pumpe in den Hodensack implantiert wird. Durch mechanischen Druck auf die Pumpe erreicht der Mann eine stabile Erektion. „Die Zufriedenheit der Patienten liegt bei 90 Prozent, wenn das Implantat erst einmal eingewachsen ist“, so Privatdozent Dr. Armin Becker, Androloge in der urologischen Abteilung des Klinikums München-Großhadern. Rund 350 solcher Operationen werden jährlich in Deutschland durchgeführt. Zu wenig, meint Becker: „Sensibilität, Orgasmus und Ejakulation bleiben vollständig erhalten – für die Männer, die damit wieder Geschlechtsverkehr haben können, ist die Operation ein Segen.“

Schwellkoerperprothese Hydraulisch Urolog Klinik Basel

Hydraulische Schwellkörperprothese, © Universitätsspital Basel, Urologische Klinik

Video Implantat

 

Video, ©  Coloplast GmbH, Hamburg

Hydraulische Schwellkörperprothesen imitieren die physiologische Erektion am besten. Während die Schwellkörperprothesenimplantation in den USA eine Therapie der ersten Wahl in der Behandlung der erektilen Dysfunktion darstellt, wird die Indikation in Deutschland oder der Schweiz deutlich seltener gestellt. Dabei hat sich die Implantationschirurgie in vielen Zentren von einem experimentellen und zeitintensiven Eingriff zu einer routinemäßigen und komplikations-armen Operation entwickelt.

 

 

Zu allen Behandlungsformen finden Sie weitere Informationen bei ISG

Impotenz Selbsthilfe

 

Beachten Sie bitte:

Erektile Dysfunktion betrifft nicht nur Sie, den Mann; immer ist auch Ihre Partnerin in die Störung und den Umgang damit einbezogen. Oft kann die Handhabung sogar Teil des Liebesspieles werden. Finden Sie ihre Auswahl gemeinsam mit Ihrer Partnerin und treffen Sie gemeinsam Ihre Entscheidung.

 

Diese Seite wurde von einem Nicht-Mediziner erstellt. Der Autor hat dazu sorgfältige Recherchen durchgeführt. Die Informationen auf diesen Seiten sollen Ihnen bei der Vorbereitung eines Arztbesuchs helfen und das Gespräch mit dem Arzt erleichtern.

Sie können keinesfalls das Gespräch mit dem Arzt (Urologen) ersetzen!

 


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