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Konzentrate und Extrakte: Sind Tabletten aus Obst oder Gemüse ein Ersatz?

Viel Obst und Gemüse anstelle von Fett und Fleisch zur Krebsvorbeugung, wie es die meisten Länder heute empfehlen - viele Menschen glauben, dies im Alltag nicht zu schaffen. Um sich trotzdem ausreichend mit Vitaminen zu versorgen, greifen gesundheitsbewusste Verbraucher daher heute gerne zu Nahrungsergänzungsmitteln, die laut Werbung aus Obst und Gemüse hergestellt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist allerdings darauf hin, dass jeglicher Beweis für den Nutzen solcher Produkte fehlt. Auch könne niemals die ganze Vielfalt von wertvollen Inhaltsstoffen einer Frucht oder eines Gemüses in eine Tablette gepresst werden. Ob der Körper die in den Presslingen, Kapseln oder Konzentraten vorhandenen Inhaltsstoffe in dieser ungewöhnlichen Form überhaupt aufnehmen kann, ist ebenfalls nicht belegt - Daten zur so genannten Bioverfügbarkeit liegen nicht vor.

Ausnahme Vitamin D?

Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Magen-Darm-Trakt sowie die Härtung des Knochens. Es hat Einfluss auf die Muskelkraft, reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und ist auch an weiteren Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Vitamin D wird beim Menschen unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Im Gegensatz zur körpereigenen Bildung hat die Vitamin D-Zufuhr über die Ernährung nur einen relativ geringen Anteil an der Vitamin D-Versorgung.

Die Zufuhr allein über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln reicht nicht aus, um den Schätzwert zu erreichen, der die gewünschte Versorgung (25-Hydroxyvitamin D-Serumkonzentration in Höhe von mindestens 50 nmol/l1) sicherstellt.

Als Schätzwert für eine angemessene Vitamin D Zufuhr wird ein Wert von 20 mg/Tag, entspricht 800 I.E. für einen Erwachsenen angegeben

Die Differenz muss über die endogene Synthese (Sonnenlicht) oder über die Einnahme eines Vitamin D-Präparats gedeckt werden. Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die gewünschte Versorgung ohne die Einnahme eines Vitamin D-Präparats erreicht werden

  • Eine generelle Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D ist nicht empfehlenswert.
  • Im Vordergrund steht die körpereigene Bildung des Vitamin D und damit die Empfehlung, Vitamin D durch Sonnenbestrahlung der Haut zu bilden und zu speichern.
  • Es wird empfohlen, sich insgesamt ca. 5 bis 25 Minuten pro Tag mit unbedecktem Gesicht, Händen und größeren Teilen von Armen und Beinen der Sonne auszusetzen.
  • Die Einnahme von Vitamin D-Präparaten wird nur dann empfohlen, wenn eine gezielte Verbesserung der Versorgung, insbesondere bei Risiko­gruppen, weder durch die Ernährung noch durch die körpereigene Vitamin D-Bildung durch Sonnenbestrahlung zu erreichen ist

 

Mit wahrscheinlicher Evidenz besteht kein Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Versorgung und dem Risiko für maligne Tumoren der Prostata.

© Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Calcium. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt a. d. Weinstraße, 1. Auflage, 5., korrigierter Nachdruck (2013)

siehe auch: Ross, A. C., Manson, J. E., Abrams, S. A. et al.: The 2011 report on dietary reference intakes for calcium and vitamin D from the Institute of Medicine: what clinicians need to know. J. Clin. Endocrinol. Metab. 96 (2011) 53–58

© Dieser Beitrag wurde erstellt mit Informationen des Krebsinformationsdienstes und des Bundesinstitutes für Risikobewertung


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