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Gemüse sollte den Speiseplan dominieren!

Das war jahrelang auch das Credo in der Krebsprävention.Doch der Nachweis fehlt, dass obst- und gemüsereicher Ernährung das Krebsrisiko senkt.. Nach zehn Jahren kehrt bei Forschern die Ernüchterung ein. Denn überzeugende Ergebnisse fehlen.

 Mit groß angelegten Kampagnen in den 1990er Jahren wie "Five a day" sollten übersättigte Wohlstandsbürger in den Industrieländern für den Verzehr von reichlich Obst und Gemüse gewonnen werden. Die Botschaft: Das Krebsrisiko ließe sich mit dieser gesunden Kost um bis zu 50 Prozent senken. Das suggerierten Daten aus zahlreichen Fall-Kontroll-Studien mit stark inverser Beziehung zwischen Gemüsekonsum und Krebsrisiko.

Doch nun stellt sich zehn Jahre später Ernüchterung ein:

In prospektiven Kohorten-Studien wie der "European Prospective Investigation in Nutrition and Cancer" (EPIC) konnte dieser Effekt für die meisten Krebsarten wie Brust-, Pankreas-, Nierenzell-, Blut- und Prostatakrebs sowie Lymphome nicht bestätigt werden. Ähnlich große Studien mit insgesamt 800.000 Teilnehmern hat man vor allem in den Vereinigten Staaten vorgenommen. Die Ergebnisse wurden in einem großen Pooling-Projekt an der Harvard Universität zusammengeführt. Für hohen Gemüse- und Obstverzehr fanden sich auch hier nur wenig beweiskräftige Zusammenhänge mit verringertem Krebsrisiko.Und doch wurden im internationalen Vergleich zwischen den Industriestaaten und Ländern in Süd-Ost-Asien Zusammenhänge zwischen Ernährungsbestandteilen und Krebs festgestellt. Was macht also den Unterschied aus?

Jetzt geht es dem Speck an den Kragen

Zunehmend nimmt man in der Präventionsforschung das Übergewicht per se als Krebsrisikofaktor in den Blick. Und hier stellten internationale Forschergruppen tatsächlich weltweit fest: Übergewicht ist ein eindeutiger Risikofaktor nicht nur für Herz-Kreislaufkrankheiten, sondern auch für Krebs.

Daher wird sich die Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrums nun verstärkt um die Rolle der Fettleibigkeit für die Krebsentwicklung annehmen. Regelmäßig sollen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Gebiet in Politik und Öffentlichkeit gebracht werden. Und da wird man doch wieder an die frühere Gemüse- und Obstkampagne erinnert: Tendenziell sind diejenigen Zeitgenossen, die viel Obst und Gemüse essen, weniger anfällig für Übergewicht und damit vielleicht auch für Krebs.

© Ingeborg Bördlein, Ärzte Zeitung online, 28.01.2014


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