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Der PSA-Test ist noch immer eine der wichtigsten Maßnahmen zur Früherkennung von Prostatakarzinomen.

Doch dieser Test hat seine Schattenseiten. Zum einen ist er weder sonderlich sensitiv noch spezifisch: Mitunter kommt es zu hohen Werten ohne Karzinom. Andere Karzinome wiederum führen zu keiner PSA-Erhöhung und bleiben daher oft lange unentdeckt. Außerdem ist das PSA nicht spezifisch für Prostatakarzinome und kommt zum Beispiel auch bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) vor.

Es wäre daher wünschenswert, einen Marker zu haben, der die Frühdiagnose eines solchen Karzinoms mit guter Sensitivität und Spezifität erlaubt und damit die Zahl unnötiger Biopsien senkt sowie den Patienten beruhigen kann.

EPCA - Test

Wissenschaftler des Johns Hopkins Hospital in Baltimore, USA, scheinen jetzt einen solchen Marker gefunden zu haben: das EPCA: Bereits früher konnten sie nachweisen, dass EPCA im Gewebe von Prostata-Kanzerosen beziehungsweise –präkanzerosen vorkommt.

EPCA wurde nun von derselben Arbeitsgruppe auf seine klinische Tauglichkeit als Krebsmarker untersucht. Mit Hilfe eines indirekten ELISA-Tests analysierten sie das EPCA bei zwölf Patienten mit gesichertem Prostatakarzinom, zwei mit Prostatitis, neun mit Blasen-, Kolon- oder Rektalkarzinom, sieben mit Rückenmarksverletzung und 16 gesunden Kontrollpersonen.(2005-2007)

Lediglich bei den Patienten mit Prostatakarzinom überschritten die EPCA-Spiegel den kritischen Grenzwert. Der Unterschied des EPCA-Spiegel bei diesen Patienten im Vergleich zu allen anderen Gruppen war statistisch signifikant: zu Blasenkrebs (p gleich 0.03), Rückenmarksverletzten (p gleich 0.001) und gesunden Kontrollpersonen (p gleich 0.0001). EPCA hat in der Diagnose eines Prostatakarzinoms eine Sensitivität von 92 Prozent und eine Spezifität von 94 Prozent.

© MEDICA.de

Im Jahr 2011 kommentiert der Berliner Urologe und Spezialist für Brachytherapie Dr. Frank Kahmann, Berlin, Im Forum Onmeda.de: "Der EPCA-2 Test ist wahrscheinlich nicht zuverlässiger als eine Münze zu werfen. Dr. Getzenberg hatte vor ein paar Jahren sehr gute Ergebnisse veröffentlicht, hatte aber wahrscheinlich die Ergebnisse gefälscht. Das behauptet zumindest die Fa. Onconome, die die Rechte an diesem Test besitzt und Dr. Getzenberg wegen der Resultate auf 13 Mio. Schadensersatz verklagt hat. Über den Ausgang der Streitigkeiten bin ich jedoch nicht unterrichtet.

EN2 - Test

Der EN2-Test ist ein weiterer genbasierter Test. Das Protein EN2 (Engrailed 2; aus dem engl. to engrail = einkerben) ist ein Protein, das Gene an- oder abschaltet. Es wird von Prostatakarzinomen aktiviert und produziert - und ist dann im Urin nachweisbar.

In Bezug auf das Prostatakarzinom wird eine Sensitivität (Nachweis von tatsächlich vorliegendem Krebs) von 66 % und eine Spezifität (Nachweis von tatsächlich gesunden Patienten) von 88,2 % angegeben.

Der Vorteil des EN2-Tests gegenüber z. B. dem PCA3-Test ist u. a., dass zum Gewinn einer Urinprobe keine Prostatamassage erforderlich ist. Der EN2-Test ist als Ergänzung zum PSA-Test gedacht, da EN2 weder bei einer Prostatitis noch durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata produziert wird. Ein negatives Messergebnis würde dann einen möglichen Verzicht auf eine Prostatabiopsie signalisieren, ein positiver Test dagegen würde eine Empfehlung zur Biopsie darstellen. Wenn sich die Erwartungen in den EN2-Test erfüllen, könnte er mittelfristig den PCA3-Test ablösen.

Es wird angegeben, dass der Test etwa Anfang bis Mitte 2012 allgemein zur Verfügung stehen und dann von normalen medizinischen Labors anhand von Urinproben vorgenommen werden könnte. Der Preis könnte sich in der Größenordnung von hundert Euro bewegen.

 

DiaPat - Test

Bei DiaPat wird die Analyse aus dem Prostatasekret des Erststrahlurins durchgeführt; eine vorhergehende Prostatamassage wird vom Anbieter empfohlen. Der DiaPat-Test wird von der Herstellerfirma massiv beworben. Die DiaPat in Ulm ist eine Ausgründung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), an der die beiden Professoren für Nephrologie Hermann Haller und Harald Mischak das neue Urinanalyse-Verfahren entwickelten. Die Aussagekraft des Messverfahrens ist allerdings umstritten. Experten sprechen von einer Aussagekraft von ca. 50 %.

Diapath Prostata

"Herr Semjonow bestätigte aber erneut, dass die Tests aus dem Jahre 2006 unzufriedenstellend ausgefallen seien. Er erlaubte mir, ihn zu zitieren mit den Worten: "die Aussagekraft des DiasPat Tests im Bezug auf das PCA nach den Ergebnissen von 2006 ist schlechter als die Ratewahrscheinlichkeit" Weiterhin berichtete er, dass eine Auswertung von 100 weiteren Tests, die seit vorgestern vorliegt genauso schlechte Ergebnisse gezeigt haben und er und die Firma derzeit nicht wissen, warum der Test nicht funktioniert. Ich zitiere erneut: "der DiaPat Test kann derzeit nicht empfohlen werden", so Dr. Kahmann, Berlin im Onmeda.de.

Die Sensitivität seiner Tests gibt der Anbieter mit über 90% bis 100% an, die Spezifität mit 80% bis über 90. Aber für keinen der DiaPat-Tests liegen zur Zeit nachprüfbare valide Daten vor, die die von der Firma behaupteten Testeigenschaften zur Früherkennung von Prostatakrebs belegen.

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© DiaPat GmbH

Der DiaPat-Test wird als IGeL-Leistung verkauft. Patienten müssen für einen Einzeltest ca. 450 Euro aufbringen.

 

hK - Test

Menschliches Kallikrein (human kallikrein; abgekürzt: "hK") ist ein Enzym, das Proteine zu spalten vermag. Kallikrein überführt inaktive Vorläufer von Gewebehormonen in deren aktive Form. In der Prostata wandelt "hK" die inaktive Vorstufe von PSA, proPSA, zum aktiven PSA um. Zunächst konzentrierten sich die Studien auf die Unterform "hK2". Im Unterschied zu PSA besteht zwischen der Anzahl des gemessenen hK2 ein fester Zusammenhang mit der Anzahl stark differenzierten PCa-Zellen, also mit hohem Gleason-Score. Das Gleiche gilt für die neuerdings favorisierte Unterform "hK11", deren Eignung als Tumormarker an der Charité erforscht wird. Die ersten Ergebnisse lassen erwarten, dass mit "hK11-Tests", besonders bei Patienten mit einem PSAQ < 15, bald unnötige Biopsien vermieden werden können.

 

Resumee

  • Nach wie vor ist der PSA-Test ein guter und relativ preiswerter Test, wenn dessen zusätzliche Parameter – freies PSA, PSA-Quotient, PSA-Verdoppelungszeit, PSA-Anstiegsgeschwindigkeit – berücksichtigt werden und auch die Bewertung des Prostatavolumens, der Ausschluss einer Entzündung und die Vermeidung kurzfristiger PSA-Wert-Erhöhung durch Fahrradfahren und Ejakulationen erfolgen. Insbesondere nach einer OP ist der PSA-Wert ein sehr guter Krebsmarker, da die Prostata entfernt wurde.
  • Bis Test mit neuen Tumormarkern wird hier noch sehr viel Zeit vergehen, bis diese Tests ausreichend wissenschaftlich gesichert sind und zur Verfügung stehen.
  • Also gilt auch weiterhin: PSA-Test zur Früherkennung – notfalls selbst bezahlen – und zur Kontrolle des Verlaufes während und nach einer Therapie.
  • In speziellen Situationen kann heute schon der PCA3-Test eine zusätzliche diagnostische Maßnahme sein. Man muss ihn jedoch als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse immer selbst bezahlen.
  • Darüber hinaus gilt weiterhin: Letztlich kann nur eine Biopsie hinreichende Informationen geben über die Ausbreitung innerhalb der Prostata sowie zur Aggressivität des Krebses.
  • Vor einer Biopsie sollte der Krebsverdacht erhärtet sein.

 


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