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Prostatatumore, die nicht tastbar sind und keine Beschwerden verursachen, können in den meisten Fällen mithilfe des sogenannten PSA-Tests und weiterer Diagnostik erkannt werden.

 

Im Rahmen der Früherkennung wird der PSA-Test von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht bezahlt, sondern ist als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) mit ca. 25,- bis 40,- € privat zu vergüten.

Text Psa

© BPS Broschüre Prostatakrebs Patienteninformation Früherkennung

 

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata produziert wird. Im Krebsgewebe ist es zehnmal höher konzentriert als in der gesunden Prostata.

Ein erhöhter PSA-Wert deutet auf eine Veränderung der Prostata hin. Eine mögliche, aber nicht die einzige Ursache hierfür ist eine Krebserkrankung der Prostata. Bei etwa einem von vier Männern mit erhöhtem PSA-Wert wird durch die anschließende Entnahme der Gewebeprobe ein Karzinom nachgewiesen. Liegt der gemessene PSA-Wert bei über 10 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter), wird bei jedem zweiten Mann ein Karzinom gefunden.

Die Höhe des PSA-Wertes bei einmaliger Messung ist wenig aussagekräftig. Daher soll gemäß der Leitlinie ein einmalig erhöhter Wert grundsätzlich kontrolliert werden (mit der gleichen Labormethode).

 

 

Die Leitlinie empfiehlt ein mehrstufiges Vorgehen:

 

  • Ein PSA-Wert von weniger als 2 ng/ml soll alle zwei Jahre kontrolliert werden, Werte zwischen 2 und 4 ng/ml jährlich.
  • Eine Biopsie soll erfolgen, wenn:
    • ein PSA-Wert von 4 ng/ml oder mehr festgestellt wird;
    • der PSA-Wert im Verlaufe der Kontrollen auffällig angestiegen ist (vorausgesetzt, es wurde immer dasselbe Bestimmungsverfahren angewandt).

 

Zur Bestimmung des PSA-Wertes wird Ihnen Blut entnommen. Die Ergebnisse der Laboruntersuchung bekommen Sie einige Tage später mitgeteilt.

 

 

Was Sie beim PSA-Test beachten sollten:

 

  • 48-Stunden-Regel:

    In den 48 Stunden vor der Blutentnahme für einen PSA-Test sollten Sie nicht Rad gefahren oder geritten sein, keinen Leistungssport betrieben haben, sich nicht sexuell betätigt haben, kein blutverdünnendes Medikament (z.B. Aspirin, Markumar) eingenommen haben.

  • Erst-Blut-dann-Finger-Regel:

    Die Untersuchung beim Arzt sollte in dieser Reihenfolge geschehen: erst die Blutentnahme für den PSA-Test, dann die digitale rektale Untersuchung (DRU).

  • Tageszeit-Regel:

    Die Blutentnahme sollte immer zur selben Tageszeit erfolgen, also z. B. immer nur vormittags oder immer nur nachmittags.

  • Trink-Regel:

    Achten Sie darauf, am Tag vor der Blutabnahme und am Tag der Blutabnahme selbst etwa die für Sie normale Flüssigkeitsmenge zu sich zu nehmen.

  • Labor-Regel:

    Lassen Sie Ihren PSA-Wert immer vom selben Labor bestimmen. Es gibt Dutzende PSA-Messgeräte auf dem Markt, deren Ergebnisse um bis zu 20 % voneinander abweichen können.

 

Bedauerlicherweise schenken viele Ärzte diesen Regeln keine Beachtung und weisen ihre Patienten nicht auf sie hin. Ein Nichtbeachten kann den PSA-Wert jedoch verfälschen!

 

In der Forschung wird intensiv nach weiteren bzw. alternativen Verfahren zur Prostatakrebs-Früherkennung gesucht. Hierbei konzentriert man sich zum Beispiel auf den Nachweis bestimmter Proteine (z.B. des sog. Early Prostate Cancer Antigens, „EPCA“) oder Gene (z. B. des sog. Prostate Cancer Gene, „PCA3“), von denen man sich eine verlässlichere Prostatakrebsdiagnose erhofft. Derzeit aber sind die wissenschaftlichen Nachweise für die Wirksamkeit der Testverfahren nicht ausreichend. Patienten müssen sich daher im Klaren darüber sein, dass die Aussagekraft dieser Tests derzeit noch mit Unsicherheiten behaftet ist.

 

Zur Verlässlichkeit des PSA-Testes hinsichtlich einer Tumorvorhersage:

  • Bereits die Unterscheidung zwischen einem „normalen“ und einem „erhöhten“ PSA-Wert ist nicht einfach. So ist es zum Beispiel individuell verschieden, wie viel PSA aus der Prostata in das Blut gelangt, und auch das Volumen der Prostata (die altersbedingt vergrößert sein kann!) hat Einfluss auf den PSA-Spiegel. Trotz einer gewissen sich hieraus ergebenden Variationsbreite wird ein PSA-Wert von weniger als 4,0 Nanogramm (= milliardstel Gramm) pro Milliliter (ng/ml) Blut häufig noch als „unauffällig“ angesehen.
  • Ein PSA-Wert von weniger als 4,0 ng/ml ist allerdings keine Garantie dafür, dass ein Mann frei von Prostatakrebs ist. So weisen ca. 10 bis 20 Prozent der Männer mit einem „unauffälligen“ PSA-Wert gleichwohl einen Prostatatumor auf. Allein mit der PSA-Bestimmung ist es nur begrenzt möglich, eine Prostatakrebserkrankung zu erkennen.
  • Ein „erhöhter" PSA-Wert von mehr als 4,0 ng/ml ist andererseits kein sicherer Beleg für das Vorliegen einer Prostatakrebserkrankung. Die Wahrscheinlichkeit steigt zwar mit der Höhe des PSA-Wertes; grundsätzlich können aber alle Reizungen oder Erkrankungen der Prostata zu einem Anstieg des PSA-Spiegels führen (z. B. Radfahren, Reiten, sexuelle Betätigung in den 48 Stunden vor der Blutentnahme oder eine entzündliche Veränderung der Prostata). So beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Prostatakrebserkrankung vorliegt, bei einem PSA-Wert von 3,5 ng/ml ca. 20 Prozent, bei einem Wert von 5,5 ng/ml ca. 25 Prozent und bei einem Wert von 8,5 ng/ml ca. 35 Prozent.

 

Um Patienten nicht vorschnell einer Biopsie zu unterziehen, rückt man in der wissenschaftlichen Diskussion zunehmend davon ab, den Krebsverdacht an starre PSA-Schwellenwerte zu knüpfen. Stattdessen richtet man das Augenmerk mehr und mehr auf das Bestimmen des sogenannten PSA-Quotienten sowie der PSA-Dichte und das Messen der PSA-Anstiegsgeschwindigkeit sowie der PSA-Verdoppelungszeit. Auch die Bestimmung des cPSA bietet ergänzende Informationen zur Prognose und Therapieplanung. Die Charité in Berlin stellt ein Rechenprogramm zur Indikation einer Biopsie bereit.

 

Muss bei einem erhöhten PSA-Wert automatisch eine Biopsie erfolgen?

Wenn und soweit bei einem erhöhten PSA-Wert ausgeschlossen werden kann, dass hierfür eine bloße Reizung der Prostata (z.B. durch Radfahren, sexuelle Betätigung etc.) oder eine Entzündung verantwortlich ist (was ggf. durch die Gabe von Antibiotika festgestellt werden kann), ist grundsätzlich ein Krebsverdacht gegeben.

Der altersunabhängige Cut-Off - Wert, die Toleranzgrenze, ist ein Gesamt-PSA - Wert von 4,0 ng/ml.

Bei dessen Überschreitung muss der Befund im Einzelfall weiter abgeklärt werden mit Hilfe einer Biopsie, d.h. der Entnahme von Prostatagewebe und dessen anschließender Untersuchung.

 


Erfahren Sie mehr über die Biopsie ...

 

 


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